Warum deutsche Firmen trotz Fachkräftemangel auf Mitarbeiterwohnungen verzichten
Bianca StiebitzWarum deutsche Firmen trotz Fachkräftemangel auf Mitarbeiterwohnungen verzichten
Wenige deutsche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden derzeit Wohnraum an – obwohl dies Vorteile für die Personalgewinnung und -bindung bieten könnte. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur neun Prozent direkte Wohnunterstützung leisten, während weitere 21 Prozent indirekt helfen. Dennoch zögern viele Betriebe wegen finanzieller und logistischer Hürden.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen – 58 Prozent – ist überzeugt, dass Mitarbeiterwohnungen dabei helfen, Fachkräfte zu gewinnen. Weitere 55 Prozent sehen darin ein Mittel, um Beschäftigte langfristig zu halten. Der Branchenexperte Philipp Deschermeier argumentiert, dass solche Leistungen Unternehmen in einem umkämpften Arbeitsmarkt einen Wettbewerbsvorteil bei der Personalrekrutierung verschaffen können.
Doch es gibt erhebliche Hindernisse: Zwei Drittel der Betriebe nennen die schwierigen Rahmenbedingungen auf dem Mietmarkt als größtes Problem. 45 Prozent finden keine passenden Partner in der Wohnungswirtschaft, und fast 40 Prozent scheuen den finanziellen und administrativen Aufwand.
Für die nächsten fünf Jahre planen lediglich vier Prozent der Unternehmen, Mitarbeiterwohnungen einzuführen. Deschermeier schlägt vor, dass klarere Vorgaben und schnellere Genehmigungsverfahren für betriebsnahe Wohnprojekte mehr Firmen zum Handeln motivieren könnten.
Aktuell gibt es keinen deutlichen Trend, dass bestimmte Branchen oder Regionen vermehrt auf Mitarbeiterwohnungen setzen. Zwar sind die Vorteile für Rekrutierung und Bindung anerkannt, doch sorgen sich viele Unternehmen weiterhin wegen der Kosten und Marktbedingungen. Vorerst bleiben die meisten Betriebe zurückhaltend, wenn es um die Umsetzung solcher Initiativen geht.






