Rheinmetall wird dritter Lieferant für deutsche Kamikaze-Drohnen mit Milliarden-Deal
Bianca StiebitzRheinmetall wird dritter Lieferant für deutsche Kamikaze-Drohnen mit Milliarden-Deal
Das deutsche Verteidigungsministerium hat Rheinmetall als dritten Lieferanten für sogenannte Loitering Munitions ausgewählt – nach zuvor geschlossenen Verträgen mit Helsing und Stark Defence. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Initiative zur Ausweitung der Drohnenfähigkeiten des Landes. Ein neuer Finanzierungsantrag über 25 Millionen Euro wurde nun zur Genehmigung an den Haushaltsausschuss des Bundestags weitergeleitet.
Im Mittelpunkt der jüngsten Entscheidung steht Rheinmetalls Raider-Kamikazedrohne, die als "bahnbrechende Neuentwicklung" beworben wird. Der Rahmenvertrag mit dem Unternehmen könnte ein Volumen von bis zu 2,387 Milliarden Euro erreichen, wobei die erste bestätigte Bestellung bei knapp unter 300 Millionen Euro liegt. Diese initiale Phase umfasst Bodenstationen, Luftfahrtsysteme, Schulungsmaterialien, Simulatoren sowie die Ausbildung von Bedienpersonal.
Der am 31. März 2026 unterzeichnete Vertrag sieht strenge Fristen vor: Rheinmetall muss bis Ende April 2027 sämtliche Qualifikationsanforderungen erfüllen, andernfalls droht die Kündigung des Deals durch das Ministerium. Dies folgt auf die zuvor an Stark Defence vergebene Auftragsvergabe Ende Februar 2026 – damit verfügt Deutschland nun über drei aktive Zulieferer für diese Systeme.
Über die bestehenden Vereinbarungen hinaus plant das Ministerium weitere Ausbaumaßnahmen. Unternehmen wie KNDS, Uvision und Stark Defence könnten noch in diesem Jahr zusätzliche Aufträge erhalten. Uvision etwa hat kürzlich eine europäische Tochtergesellschaft in München eröffnet, um die Vermarktung seiner HERO-Drohnenreihe voranzutreiben.
Der neue Rheinmetall-Vertrag erweitert das wachsende Arsenal Deutschlands an Loitering Munitions, zu dem bereits Systeme von Helsing und Stark gehören. Während ein 25-Millionen-Euro-Finanzierungsantrag derzeit geprüft wird, treibt das Ministerium die Pläne zur Stärkung seiner Drohnenflotte weiter voran. Die ersten Lieferungen hängen davon ab, ob Rheinmetall die Qualifikationsfrist bis 2027 einhält.






