20 April 2026, 22:09

Peter Ruzicka klagt gegen GEMA-Reform und warnt vor Existenzgefährdung für Komponisten

Plakatankündigung eines Konzerts in München, Deutschland mit Text, der das Ereignis und seine Bedeutung beschreibt.

Peter Ruzicka klagt gegen GEMA-Reform und warnt vor Existenzgefährdung für Komponisten

Der Komponist und ehemalige GEMA-Präsident Peter Ruzicka hat rechtliche Schritte gegen die geplanten Förderreformen der Verwertungsgesellschaft eingeleitet. Er wirft den Änderungen vor, die Einnahmen ernsthafter Musikschaffender zu zerstören und demokratische Mitspracherechte innerhalb der Organisation auszuhebeln. Seine Beschwerde liegt nun beim Bundeskartellamt.

Ruzicka hat offiziell gegen GEMA-Konzept "Die neue Kulturförderung" Widerspruch eingelegt, das auf der Generalversammlung im Mai 2026 zur Abstimmung stehen soll. Er fordert eine Aussetzung der Abstimmung mit der Begründung, die Reform sei unzureichend begründet und würde unwiderruflichen Schaden anrichten. Kern seines Vorwurfs ist die Behauptung, dass die durchschnittlichen Jahres-Tantiemen von Komponisten um bis zu 70 Prozent einbrechen könnten.

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Seine Warnungen gehen über finanzielle Aspekte hinaus: Ruzicka argumentiert, dass sinkende Einnahmen vielen Nachwuchskomponisten künftig das Stimmrecht in der Generalversammlung entziehen würden, da die Mitgliedschaftsrechte an Einkommensgrenzen geknüpft sind. Zudem wirft er der GEMA – als dominierende Kraft im Musiklizenzgeschäft – vor, durch die einseitige Benachteiligung ernsthafter Musikschaffender gegen Antidiskriminierungsgesetze zu verstoßen.

Unterstützung erhält er durch Prognosen des Deutschen Komponistenverbandes sowie interne GEMA-Zahlen. Ruzicka betont immer wieder, dass die Reform das Überleben der ernsten Musik gefährde und spricht von einem "existenzbedrohenden Kampf für die künstlerische Vielfalt".

Nun muss das Bundeskartellamt entscheiden, ob es vor der Mai-2026-Abstimmung eingreift. Sollte die Reform umgesetzt werden, würde sie die Verteilung der GEMA-Mittel grundlegend verändern und die Frage klären, wer künftig Mitspracherechte besitzt. Das Ergebnis wird zeigen, ob Ruzickas düstere Prognosen eines finanziellen Kollapses für Komponisten Wirklichkeit werden.

Quelle