01 April 2026, 00:34

AfD in Rheinland-Pfalz gerät wegen Familienangehöriger in der Kritik

Ein Mann im Anzug und Krawatte sitzt an einem Tisch mit einem Mikrofon, Flaschen, einem Glas und einer Namensschilder, mit Flaggen im Hintergrund.

Mutter eines AfD-Spitzenpolitikers arbeitet in Landtagsfraktion - AfD in Rheinland-Pfalz gerät wegen Familienangehöriger in der Kritik

Die Alternative für Deutschland (AfD) in Rheinland-Pfalz steht wegen ihrer Personalpolitik in der Kritik, nachdem Berichte über ein langjähriges Beschäftigungsverhältnis bekannt wurden. Ulrike Beckmann, die Mutter des AfD-Parlamentsgeschäftsführers Damian Lohr, arbeitet seit 2016 für die Landtagsfraktion der Partei. Der Fall reiht sich ein in die bundesweite Debatte über die Praxis der AfD, Angehörige in mehreren Landesverbänden zu beschäftigen – darunter auch in Sachsen-Anhalt.

Ulrike Beckmann wurde 2016 von der AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz eingestellt. Aktuell führt sie den Kreisverband Donnersberg und kandidiert auf Platz 20 der Landesliste für die anstehende Wahl im März. Ihr Sohn Damian Lohr sitzt seit 2016 im Landtag und ist seit 2021 Parlamentsgeschäftsführer der Fraktion.

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Fraktionschef Jan Bollinger verteidigte die Anstellung mit dem Hinweis, Beckmann sei die einzige Bewerberin gewesen und aufgrund ihrer Qualifikation und Leistung ausgewählt worden. Die Beschäftigung entspreche dem Landesrecht, da sie von der Fraktion und nicht von einem einzelnen Abgeordneten eingestellt worden sei. Der Rechnungshof Rheinland-Pfalz, der die finanziellen und sachlichen Leistungen für Landtagsfraktionen prüft, erwähnte ihren Fall in seinem jüngsten Bericht nicht.

Auch die AfD in Sachsen-Anhalt gerät wegen ähnlicher Praktiken in die Kritik. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, doch Berichte deuten auf mehrere Fälle hin, in denen Angehörige von AfD-Bundestags- und Landtagsabgeordneten beschäftigt werden. Schätzungen zufolge könnten bis zu 72 der 160 Bundestagsabgeordneten der Partei in solche Konstellationen eingebunden sein.

Die Einstellung von Ulrike Beckmann durch die AfD bewegt sich zwar im rechtlichen Rahmen, doch die Praxis hat eine breitere Diskussion über Vetternwirtschaft in der Partei ausgelöst. Angesichts laufender Untersuchungen in Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern wird das Thema vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März weiter im Fokus bleiben.

AKTUALISIERUNG

AfD Surpasses Previous Record in Rhineland-Palatinate Election Despite Personnel Controversy

The AfD secured 20% in the Rhineland-Palatinate state election, surpassing its 18.8% result in Baden-Württemberg. Party leader Alice Weidel stated, 'In the long term, we won't avoid integrating the AfD into government work.' The personnel controversy did not deter voters, with the party achieving its highest western German result.