07 April 2026, 00:16

Vom Fettsammler zum Londoner Fettberg-Jäger: Ein riskanter Nachtcoup

Schwarz-weiß-Foto eines belebten Berliner Markts mit Menschen, Gemüsekarren und Gebäuden im Hintergrund.

Vom Fettsammler zum Londoner Fettberg-Jäger: Ein riskanter Nachtcoup

Vom Altfett-Sammler zum Großunternehmer: Ein kühner Coup in Londons Kanälen

Was einst mit einem roten Eimer und einer schlauen Bettelei-Strategie in Berlin begann, hat sich längst zu einem Unternehmen mit Dutzenden Mitarbeitern entwickelt – und nun zu einem gewagten Nachtstreich: Ein ehemaliger Sammler von gebrauchtem Frittierfett hat es auf eine weit lukrativere Beute abgesehen – einen riesigen Fettberg, der in Londons Abwässern lauert.

Alles fing klein an. Im Berliner Bezirk Wedding überredete der Unternehmer Restaurants, ihr altes Frittierfett an ihn abzugeben. Manchmal griff er dabei zu einer Methode, die er scherzhaft als "Gebrauchtfett-Wasserfolter" bezeichnete, um widerstrebende Besitzer zu überzeugen. Um die Nachschubquelle nicht versiegen zu lassen, regte er sogar Aktionen wie "Pommes zum halben Preis" an – eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Doch als die Nachfrage nach Biodiesel – besonders während der Treibstoffkrise im Zuge des Iran-Konflikts – explodierte, stieg auch der Wert des Altfetts rasant an. Eine Tonne des aufbereiteten Materials konnte plötzlich bis zu 900 Euro einbringen. Der Sammler erweiterte sein Geschäft, tauschte den roten Eimer gegen einen Transporter mit riesigem Tank und stellte angesichts der wachsenden Konkurrenz und Sicherheitsbedenken ein Dutzend Mitarbeiter allein für die Beschaffung ein.

Jetzt plant er einen weitaus riskanteren Coup. In einer nächtlichen Geheimaktion sollen 100 Arbeiter in den Londoner Kanälen einen gigantischen Fettberg Stück für Stück abtragen – mit dem Ziel, ihn in einer einzigen Nacht zu bergen. Sein Team, rekrutiert aus der tschetschenischen Söldnerszene, ist eigentlich darauf spezialisiert, Territorial- und Vertragsstreitigkeiten zu "regeln" – Fähigkeiten, die sich bei diesem ungewöhnlichen Einsatz als nützlich erweisen könnten.

Dabei geht es um eine Ressource, die einst als wertlos galt, heute aber ein lukratives Geschäft verspricht. Gelingt die Aktion, könnte sie eine beträchtliche Menge an Rohstoff für die Biodiesel-Produktion einbringen. Die Karriere des Mannes – vom einsamen Sammler zum Anführer eines dreisten Untergrund-Unternehmens – zeigt, wie weit manche gehen, um aus Abfall Profit zu schlagen.

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