Villeroy & Boch glänzt 2025 mit Rekordzahlen – doch der Golf-Konflikt droht 2026 die Wende zu bringen
Bianca StiebitzIranischer Krieg trübt Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch glänzt 2025 mit Rekordzahlen – doch der Golf-Konflikt droht 2026 die Wende zu bringen
Villeroy & Boch meldet starke Finanzzahlen für 2025 – doch 2026 drohen durch Golf-Konflikt Rückschläge
Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat für das Jahr 2025 starke Finanzdaten vorgelegt: Der Umsatz stieg auf 1,45 Milliarden Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu. Doch im Jahr 2026 sieht sich das Unternehmen aufgrund der eskalierenden Konflikte im Golfraum vor Herausforderungen gestellt.
Bereits jetzt hat Villeroy & Boch seine Gewinnprognose nach unten korrigiert. Als Gründe werden Störungen in wichtigen Absatzmärkten sowie steigende Energiekosten genannt, die mit dem stark angestiegenen Ölpreis zusammenhängen.
Im Jahr 2025 verzeichnete Villeroy & Boch ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte deutlich von 6,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 14,7 Millionen Euro. Zudem investierte das Unternehmen 45,8 Millionen Euro in Modernisierungen, darunter ein neues Lagersystem am Standort Merzig und fortschrittliche Brenntechnik in Torgau. Darüber hinaus optimierte es sein Produktionsnetzwerk und bereitet die Schließung des Werks im belgischen Roeselare vor.
Der Ausbruch des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 löste einen starken Anstieg der Ölpreise aus. Bis Anfang März stiegen die Preise um 16 Prozent auf 81 US-Dollar pro Barrel, später überschritten sie nach der Sperrung der Straße von Hormus – einer kritischen Route für 20 Prozent des globalen Öltransports – sogar die Marke von 100 Dollar. Zwar gibt es keine direkten Belege für Lieferkettenstörungen bei Keramikherstellern in der Golfregion, doch die höheren Energiekosten dürften die Produktions- und Transportkosten in die Höhe treiben.
Villeroy & Boch erwirtschaftet derzeit weder in Israel noch in den Golfstaaten Umsätze – Regionen, die für die Hotellerie-Sparte des Unternehmens von großer Bedeutung sind. Für April wird mit einem Rückgang der Verkäufe auf nur noch 30 Prozent des Vorjahresniveaus gerechnet. Infolgedessen erwartet das Unternehmen für 2026 einen Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte EBIT soll auf 75 bis 85 Millionen Euro sinken, nach 97,8 Millionen Euro im Jahr 2025.
Durch den Konflikt im Golfraum sieht sich Villeroy & Boch gezwungen, die Gewinnprognose für 2026 zu senken. Angesichts gestörter Absatzmärkte und steigender Energiekosten rechnet das Unternehmen mit spürbaren Einbußen bei Umsatz und Rentabilität. Die genauen Auswirkungen auf die globalen Lieferketten der Keramikbranche bleiben zwar unklar, doch die höheren Kosten werden voraussichtlich die Geschäftstätigkeit belasten.






