Tarifvertrag im ÖPNV NRW: Kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich durchgesetzt
Edelgard HolzapfelTarifvertrag im ÖPNV NRW: Kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich durchgesetzt
Beschäftigte im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen durchsetzen neuen Tarifvertrag: Weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich
Die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen haben einen neuen Tarifabschluss erzielt, der die Arbeitszeit verkürzt, ohne die Löhne zu kürzen. Zudem steigen die Sonntagszuschläge, und die Ruhezeiten werden ausgeweitet. Ungeklärt bleibt jedoch, wer die zusätzlichen Kosten tragen soll.
Bisher verdienten Bus- und Bahnfahrer in der Region im Schnitt etwa 13,50 Euro pro Stunde – weniger als Lkw-Fahrer, die durchschnittlich rund 15,50 Euro erhielten. Künftig sinkt die Wochenarbeitszeit schrittweise: bis Juli 2027 auf 38,5 Stunden und bis Juli 2028 auf 38 Stunden – bei vollem Lohnausgleich.
Die Sonntagszuschläge werden erhöht, gesetzliche Ruhepausen verlängert und kurzfristig Beschäftigte erhalten bessere Absicherungen. Doch die Verbesserungen bringen für die Verkehrsbetriebe höhere Ausgaben mit sich, etwa durch gestiegene Personalkosten und den Bedarf an zusätzlichem Personal zur Kompensation der reduzierten Arbeitszeiten.
Drei Finanzierungsmöglichkeiten stehen im Raum: öffentliche Zuschüsse, Mittel von Bund und Ländern oder höhere Ticketpreise. Während die Stadt Solingen kurzfristige Preiserhöhungen ausschließt, könnten langfristig Anpassungen nötig werden. Auch die noch ungelöste Frage der Finanzierung des 49-Euro-Tickets könnte künftig eine Rolle bei der Preisgestaltung spielen.
Für die Beschäftigten ist der Abschluss ein klarer Erfolg – mit besseren Arbeitsbedingungen und Entgelten. Ohne klare Finanzierungslösung könnten die Kosten jedoch auf Unternehmen und Fahrgäste abgewälzt werden. Nun müssen Verkehrsbetriebe und Kommunen Wege finden, die Haushalte auszugleichen.






