27 March 2026, 10:11

Spritpreise über 2 Euro: Warum Tankstellen in Deutschland so teuer wie nie sind

Balkendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoffart von 1980 bis 2040 zeigt, unterteilt in vier Brennstoffkategorien mit prozentualer Aufschlüsselung.

Spritpreise über 2 Euro: Warum Tankstellen in Deutschland so teuer wie nie sind

Spritpreise in Deutschland klettern auf über 2 Euro pro Liter

Seit Ende Februar 2026 haben die Spritpreise in Deutschland die Marke von 2 Euro pro Liter überschritten und zählen damit zu den höchsten in Europa. Der starke Anstieg folgt anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, die die globale Rohölversorgung beeinträchtigt und die Kosten an der Zapfsäule in die Höhe getrieben haben.

Die Bundesregierung hat begonnen, Gegenmaßnahmen gegen den drastischen Preisanstieg zu ergreifen. Aus dem Finanzministerium von Lars Klingbeil heißt es, der Staat profitiere nicht von den hohen Preisen – obwohl Steuern und Abgaben etwa zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises ausmachen. Diese Belastungen, darunter Energiesteuern und Kosten für Treibhausgas-Quoten, liegen in Deutschland deutlich höher als in den meisten anderen EU-Ländern.

Wirtschaftsverbände wehren sich gegen Kritik an der Preisentwicklung. Der Öl-Lobbyverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. veröffentlichte einen "Realitätscheck", um sogenannte "populäre Fehleinschätzungen" über die Spritkosten zu widerlegen. Der Verband argumentiert, dass nicht inländische Faktoren, sondern die internationalen Marktpreise für Benzin und Diesel die Haupttreiber der jüngsten Preissprünge seien.

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Unterdessen warnte Wirtschaftsministerin Katerina Reiche vor möglichen Kraftstoffengpässen bis Ende April, falls sich der Konflikt im Nahen Osten weiter zuspitzt. Die Lage wird zusätzlich durch die deutsche Raffinerielandschaft erschwert: Über 70 Prozent der Kapazitäten werden von Unternehmen kontrolliert, die kein eigenes Tankstellennetz betreiben. Diese Struktur könnte die Flexibilität bei der Bewältigung von Lieferengpässen einschränken.

An den Zapfsäulen steigen die Preise weiter – eine Entlastung ist vorerst nicht in Sicht. Die Regierungsmaßnahmen zielen darauf ab, die Belastung für Verbraucher zu mildern, doch die Krise bleibt eng mit den globalen Ölmärkten und der geopolitischen Instabilität verknüpft. Sollten die Spannungen anhalten, könnten sich die Engpässe bis zum Sommer verschärfen und den Druck auf Autofahrer und Unternehmen weiter erhöhen.

Quelle