21 March 2026, 14:10

Sixt feuert sieben Mitarbeiter kurz vor Betriebsratswahl – ist das Absicht?

Schwarze und weiße Zeichnung der Union Works in Baltimore, Maryland, mit Gebäuden, Bäumen und Rauch im Hintergrund und Text unten.

Sixt feuert sieben Mitarbeiter kurz vor Betriebsratswahl – ist das Absicht?

Autovermieter Sixt gerät erneut in die Kritik wegen Behandlung von Mitarbeitern, die einen Betriebsrat gründen wollen

In Frankfurt wurden sieben Beschäftigte während eines zweiten Versuchs, einen Betriebsrat zu etablieren, plötzlich entlassen. Das Unternehmen bestreitet jegliches Fehlverhalten, doch die rechtlichen Auseinandersetzungen und die politische Aufmerksamkeit nehmen zu.

Die jüngsten Kündigungen erfolgten kurz vor einer geplanten Wahlversammlung für den Betriebsrat. Drei der entlassenen Mitarbeiter kündigten an, ihre Entlassungen vor dem Arbeitsgericht anzufechten und eine Wiedereinstellung zu erwirken. Bereits in Düsseldorf war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Drei Frauen waren gekündigt worden, bevor ein Gericht ihre Wiedereinstellung anordnete – sie verließen das Unternehmen später jedoch freiwillig.

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In Frankfurt erhielten sieben Beschäftigte an einem einzigen Tag fristlos die Kündigung. Der Zeitpunkt wirft die Frage auf, ob Sixt gezielt in das Recht der Mitarbeiter eingreift, sich zu organisieren. Die Gewerkschaft Verdi hat daraufhin Strafanzeige gegen den regionalen Geschäftsführer, Filialleiter und Aktionäre des Unternehmens erstattet. Ihnen wird vorgeworfen, die Arbeit des Betriebsrats und demokratische Wahlen systematisch zu behindern.

Sixt betont, dass die Mitarbeiter in geheimer Abstimmung frei über einen Betriebsrat entscheiden könnten. Doch die Vorfälle in Düsseldorf und Frankfurt deuten auf ein Muster hin: Wiederholt wurden Beschäftigte entlassen, die sich für die Gründung eines Betriebsrats engagierten. Der SPD-Politiker Kianusch Stender hat nun angekündigt, das Thema in der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses aufzugreifen.

Die anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen und die politische Debatte setzen Sixt zunehmend unter Druck. Das Unternehmen hält an seiner Position fest, doch die wiederholten Kündigungen von Mitarbeitern, die mit Betriebsratsinitiativen in Verbindung stehen, führen zu anhaltenden Konflikten. Nun müssen die Arbeitsgerichte klären, ob die Entlassungen rechtmäßig waren – oder ob es sich um den Versuch handelte, die Vertretung der Belegschaft zu blockieren.

Quelle