29 April 2026, 04:33

Sieben Stunden "Wallenstein": Warum Berlins Theatermarathon begeistert

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Sieben Stunden "Wallenstein": Warum Berlins Theatermarathon begeistert

Theatermarathon in Berlin: Sieben Stunden "Wallenstein" beim Theatertreffen

Das diesjährige Berliner Theatertreffen präsentiert ein siebenstündiges Bühnenspektakel: "Wallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen". Die Münchner Kammerspiele brachten die monumentale Inszenierung zum Festival, wo die Karten innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren. Deutschsprachige Bühnen pflegen seit Jahrzehnten die Tradition ausufernder Aufführungen – und das Publikum liebt es.

Die Vorliebe für Theatermarathons hat in Deutschland eine lange Geschichte. In den 1970er- und 1980er-Jahren trieb das Aufkommen des Regietheaters die Spieldauern in neue Dimensionen. Robert Wilsons "Einstein on the Beach" (Premiere 1976) dauerte vier bis fünf Stunden, Luk Percevals "Schlachten" beim Salzburger Festspiele-Auftrag 1999 sogar zwölf Stunden.

Auch jüngere Beispiele belegen den Trend: 2023 zeigte das Schauspielhaus Bochum"Die Brüder Karamasow" in einer siebenstündigen Fassung. Die Berliner Volksbühne bringt nun "Peer Gynt" zurück auf die Bühne – dessen erster Teil in früheren Inszenierungen bereits acht Stunden umfasste. Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Theatertreffens, erlebte ihr erstes Extremtheater 2007 beim Wiener Festwochen.

Die Pandemie brachte vorübergehend kürzere, pausenlose Stücke in Mode. Doch die Faszination für langatmige Inszenierungen ist ungebrochen. Das Theatertreffen (1. bis 17. Mai) lädt jährlich zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Zwar gibt es keine offiziellen Statistiken zu Spieldauern – doch das Genre des Theatermarathons zieht weiterhin Publikum an.

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Der ausverkaufte "Wallenstein" beim diesjährigen Festival beweist: Das epische Theater hat nichts von seiner Strahlkraft verloren. Zwar zwangen Pandemie-Auflagen die Häuser zeitweilig zu kürzeren Formaten, doch Regisseure wie Zuschauer schätzen nach wie vor ambitionierte, lang angelegte Erzählformen. Die Tradition der Mammutinszenierungen bleibt im deutschsprachigen Theater lebendig.

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