Schwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "Albergo Diffuso" nach Schweizer Vorbild
Anett ZobelSchwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "Albergo Diffuso" nach Schweizer Vorbild
Ein neues Tourismusprojekt nimmt im Schwarzwald Gestalt an – inspiriert von einem erfolgreichen Schweizer Modell. Behörden suchen ein Dorf, das bereit ist, sich in ein "Albergo Diffuso" zu verwandeln: ein Hotel, das sich über mehrere Häuser verteilt. Ziel ist es, sterbende Dorfkerne zu beleben und Besuchern gleichzeitig ein einzigartiges Erlebnis zu bieten.
Das Konzept, das sich in der Schweiz bereits bewährt hat, verwandelt ganze Dörfer in Hotels. 2017 wurde Corippo, ein Weiler mit nur 14 Einwohnern, zum ersten "Albergo Diffuso" des Landes. Kürzlich folgte Grengiols mit rund 400 Einwohnern, das 2024 seine eigene Version eröffnete.
Nun treiben Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und Compass Tourismus Partner eG (co:compass) die Initiative in Deutschland voran. Voraussetzung ist ein Gebäudekomplex, dessen Häuser nicht mehr als 400 Meter voneinander entfernt liegen, damit Gäste alles bequem zu Fuß erkunden können. Zudem müssen die Dörfer nachweisen, dass sie über starke lokale Unterstützung verfügen.
Bis zum 30. März hatten sich drei Dörfer offiziell beworben, fünf weitere zeigten ernsthaftes Interesse. Die Organisatoren planen, den ausgewählten Standort bis Ende April bekannt zu geben.
Das Projekt soll leerstehende Häuser nutzen, Touristen anlocken und die Verbindung zwischen Gästen und Einheimischen stärken. Bei Erfolg könnte es ein Vorbild für die ländliche Wiederbelebung in der Region werden. Die endgültige Entscheidung, welches Dorf das "Albergo Diffuso" beherbergen wird, steht in den kommenden Wochen an.






