16 April 2026, 08:11

Glasfaserausbau in Deutschland: Warum Open Access die Branche spaltet

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Glasfaserausbau in Deutschland: Warum Open Access die Branche spaltet

Deutschlands Glasfasermarkt wächst rasant – und die Debatte um offenen Netzzugang wird hitziger

Mit fast 300 Anbietern, die derzeit Hochgeschwindigkeitsnetze ausbauen, expandiert der deutsche Glasfasermarkt schnell. Doch die Diskussionen über Open Access – also die Möglichkeit für Drittanbieter, bestehende Infrastruktur zu nutzen – gewinnen an Schärfe, während Unternehmen und Regulierungsbehörden über den besten Weg streiten.

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Einige große Akteure haben bereits Open-Access-Vereinbarungen geschlossen. Deutsche GigaNetz unterzeichnete kürzlich Verträge mit dem schwedischen Internetdiensteanbieter Bahnhof und Westconnect, während Plusnet plant, eigene Dienste über das Netz von OXG anzubieten. Dieser Wandel spiegelt eine wachsende Nachfrage wider: 1&1 Versatel berichtet, dass 83 Prozent seiner Kunden die Freiheit wünschen, zwischen verschiedenen Anbietern wählen zu können.

Doch wie sich der Wettbewerb beschleunigen lässt, ist umstritten. Jürgen Rohr von Plusnet argumentiert, dass Marktkräfte Veränderungen schneller vorantreiben als neue Regulierungen. Kai Pigorsch von Glasfaser Nordwest teilt diese Ansicht und behauptet, die Branche bewege sich bereits schneller als die Politik. Steven Blount von EWE Tel hingegen betont, dass Open Access entscheidend sei, um die bestehende Netzwerkkapazität voll auszuschöpfen.

Kritiker warnen jedoch vor praktischen Hindernissen. Marc Kahabka von VSE Net weist darauf hin, dass die Nachrüstung älterer Netze an neue Standards komplex und kostspielig wäre. Gleichzeitig drängen Regulierungsbehörden auf strengere Regeln, wo Open Access hinterherhinkt. Daniela Brönstrup von der Bundesnetzagentur (BNetzA) besteht darauf, dass in Regionen mit schwachem Wettbewerb eine stärkere Aufsicht nötig sei.

Ein wichtiger Meilenstein steht bevor: Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge planen, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Drittanbieter zu öffnen – ein bedeutender Schritt hin zu einer breiteren Branchenakzeptanz.

Der Druck für mehr Open Access im deutschen Glasfasermarkt nimmt zu, während Unternehmen Kooperationen eingehen und Behörden die Entwicklungen genau beobachten. Einige Betreiber setzen auf Selbstregulierung als schnellsten Weg, andere fordern strengere Vorschriften, um fairen Wettbewerb zu garantieren. Wie die Auseinandersetzung ausgeht, wird entscheiden, wie Millionen von Kunden in den kommenden Jahren Zugang zu Hochgeschwindigkeitsinternet erhalten.

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