Schleswig-Holstein setzt mit Digitalstrategie 2026 auf inklusive Digitalisierung für alle Bürger
Pavel FaustLand schließt niemanden bei Digitalstrategie aus - Schleswig-Holstein setzt mit Digitalstrategie 2026 auf inklusive Digitalisierung für alle Bürger
Schleswig-Holstein startet Digitalstrategie 2026 – kein Bürger soll abgehängt werden
Schleswig-Holstein hat seine Digitalstrategie 2026 auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, dass kein Einwohner beim Umstieg auf digitale Dienstleistungen zurückbleibt. Die schwarz-grüne Landesregierung billigte den Plan, der auf schnellere Verwaltungsleistungen, sicheren Datenaustausch und das Prinzip "Once-Only" setzt – Bürger sollen Daten nur noch einmal eingeben müssen. Abgeordnete aller Fraktionen äußerten sich zu den Chancen und Herausforderungen des Vorhabens.
Die Strategie knüpft an die bereits bestehenden Stärken Schleswig-Holsteins in der digitalen Infrastruktur an. Noch vor dieser Initiative lag das Land bei der Glasfaserabdeckung weit vorn: 84 Prozent aller Haushaltsadressen sind glasfaserfähig – deutlich mehr als in Hamburg (77 Prozent), Niedersachsen (63 Prozent) oder im Bundesschnitt (40 Prozent). Über die Hälfte der Haushalte nutzt bereits Glasfaseranschlüsse, und 952 von 954 Schulen sind per Glasfaser vernetzt, gestützt durch Investitionen in Höhe von 140 Millionen Euro. Zudem beherbergt das Land am AI-Rechenzentrum der Universität Lübeck (29 Millionen Euro Förderung) eine sichere Forschungsinfrastruktur und arbeitet mit Hamburg an Open-Source-Strategien zusammen.
Ein zentrales Anliegen ist der Aufbau eines vernetzten Datenaustauschs zwischen Behörden, um Medienbrüche zu vermeiden. Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU) bezeichnete den Plan als "partizipative Strategie für einen digital kooperativen Staat" und betonte, dass Insellösungen vermieden werden müssten. Die CDU-Abgeordnete Uta Wentzel ergänzte, die Strategie werde die regionale Digitalwirtschaft und zukunftsweisende Technologien stärken.
Kritik gibt es vor allem zur Barrierefreiheit und Umsetzung. Der FDP-Politiker Bernd Buchholz warnte davor, Bürger ohne digitale Kompetenzen oder Zugang zu benachteiligen. Kianusch Stender (SPD) mahnte, Digitalisierung dürfe nicht wie eine "von oben verordnete Pflicht" wirken, sonst drohe Ablehnung. Der grüne Abgeordnete Sebastian Bonau hob die Bedeutung der digitalen Souveränität auf kommunaler Ebene hervor – Städte und Gemeinden müssten sichere, leistungsfähige Infrastrukturen bereitstellen.
Die Digitalstrategie 2026 soll Verwaltungsprozesse vereinfachen, ohne dabei Exklusion zu riskieren. Mit einer soliden Ausgangsbasis und breiter parteiübergreifender Einbindung will das Land Akteure vernetzen und digitale Spaltung verhindern. Entscheidend wird sein, Effizienzsteigerungen mit Unterstützung für diejenigen zu verbinden, die sich noch an die neuen Technologien anpassen müssen.






