Flaucherfranzls Bierkönig bringt Goethes Erlkönig aufs Oktoberfest – als düstere Trinkparodie
Bianca StiebitzFlaucherfranzls Bierkönig bringt Goethes Erlkönig aufs Oktoberfest – als düstere Trinkparodie
Ein bekannter bayerischer Künstler verpasst Goethes Erlkönig einen frischen Dreh – diesmal auf dem Oktoberfest. Sein neues Werk Bierkönig erzählt die Geschichte eines Vaters, dessen betrunkener Festabend in Chaos endet. Der lokale Liebling Flaucherfranzl verwandelt das klassische Gedicht in eine düster-komische Erzählung über verlorene Kinder und vergessene Habseligkeiten.
Im Mittelpunkt der Aufführung steht ein Mann, dessen Besuch auf dem Oktoberfest schrecklich schiefgeht. Nach einer durchzechten Nacht steigt er in den Zug nach Hause – und bemerkt erst dann, dass sein Kind verschwunden ist. Panik bricht aus, während er verzweifelt versucht, die Ereignisse zu rekonstruieren.
Die Handlung wird noch dramatischer, als er feststellt, dass er auf dem Festgelände auch etwas Entscheidendes zurückgelassen hat. Seine hilflosen Versuche, der Situation seiner Frau zu erklären, steigern die Spannung weiter. Das Stück verbindet schwarzen Humor mit den vertrauten Rhythmen von Goethes Original – und bleibt dabei dem rauschenden Geist des Oktoberfests treu.
Flaucherfranzl, bekannt für seinen derben Humor und musikalische Parodien, ist seit Jahrzehnten eine feste Größe auf Münchens Festen. Seit den 1970er-Jahren hat Josef Schüßlbauer die Figur von einfachen Straßenauftritten im Flaucher-Viertel zu einem modernen Act mit viralen Videos und Social-Media-Präsenz weiterentwickelt. Sein neuestes Werk hält die Tradition lebendig – diesmal mit einer mahnenden, bierdurchtränkten Note.
Die neue Bierkönig-Aufführung verschmilzt klassische Literatur mit der ausgelassenen Energie des Oktoberfests. Sie unterhält – und warnt zugleich vor den Gefahren des Übermaßes. Während des diesjährigen Festes wird das Stück zu sehen sein und dem Publikum eine düster-komische Version einer bekannten Geschichte bieten.






