Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft um Überleben – nur Domo-Rettung gibt Hoffnung
Bianca StiebitzOstdeutsche Chemieindustrie kämpft um Überleben – nur Domo-Rettung gibt Hoffnung
Ostdeutschlands Chemieindustrie steckt in einer sich verschärfenden Krise – nur jedes zehnte Unternehmen rechnet kurzfristig mit einer Besserung. Die Branche kämpft mit rückläufiger Produktion, Stellenabbau und anhaltenden Problemen durch hohe Kosten sowie globale Konkurrenz. Doch nun ruhen die Hoffnungen auf einer möglichen Rettungslösung für Domo in Leuna, die der gebeutelten Region ein seltenes positives Signal geben könnte.
Im Jahr 2025 schrumpfte die traditionelle Chemieproduktion in Ostdeutschland um etwa drei Prozent. Die Fabriken arbeiteten im Schnitt nur zu 72 Prozent ihrer Kapazität aus – deutlich unter der für die Rentabilität notwendigen 80-Prozent-Marke. Die Branche, die rund 63.000 Menschen beschäftigt, hat Arbeitsplätze abgebaut, wobei der Pharmabereich stabil blieb.
Hohe Energie- und Rohstoffkosten, strengere Vorschriften sowie harter internationaler Wettbewerb haben den Abschwung vorangetrieben. Geopolitische Spannungen, darunter der Nahostkonflikt, verschärften die Lage zusätzlich. Gleichzeitig halten globale Überkapazitäten – vor allem durch chinesische Exporte – und eine schwache Nachfrage aus Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie die Auslastung in ganz Deutschland auf niedrigem Niveau.
Vor diesem Hintergrund sticht die mögliche Rettung von Domo in Leuna heraus. Geplant ist, dass der Standortbetreiber InfraLeuna und Leuna-Harze die beiden insolventen Tochtergesellschaften übernehmen. Am Mittwoch werden Sachsens-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), der vorläufige Insolvenzverwalter und Vertreter des Chemieparks über den Stand der Dinge informieren.
Trotz der Schwierigkeiten erwirtschaftete die Chemie- und Pharmabranche in Ostdeutschland 2025 noch rund 28,5 Milliarden Euro Umsatz. Doch bei unterausgelasteten Kapazitäten und steigenden Kosten hängt die Zukunft der Industrie von Lösungen wie der Domo-Rettung ab.
Die Chemieindustrie in Ostdeutschland bleibt unter starkem Druck – mit geringer Kapazitätsauslastung und schrumpfender Produktion. Die geplante Rettung von Domo könnte ein dringend benötigter Impuls sein, doch grundsätzliche Herausforderungen wie Energiekosten und globaler Wettbewerb bestehen weiter. Die Ergebnisse der Mittwochsaktualisierung könnten deutlicher zeigen, ob sich die Branche in den kommenden Monaten stabilisieren kann.






