Kölner U-Bahn-Bau startet nach Jahren des Stillstands endlich wieder
Bianca StiebitzKölner U-Bahn-Bau startet nach Jahren des Stillstands endlich wieder
Jahre nach Rechtsstreit und Stillstand: Kölner Bauprojekt startet endlich durch
Der seit langem verzögerte Bau in Köln kommt nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und Untätigkeit endlich voran. Das Gelände, auf dem 2009 das Stadtarchiv einstürzte, bleibt eine mahende Erinnerung an die Katastrophe, die zwei Menschen das Leben kostete und jahrhundertealte historische Dokumente vernichtete. Nun sollen die Arbeiten an der Nord-Süd-U-Bahn-Linie wiederaufgenommen werden – doch bis zur Fertigstellung werden voraussichtlich noch einmal acht Jahre vergehen.
Der Einsturz ereignete sich am 3. März 2009 innerhalb von nur acht Minuten. Zwei benachbarte Häuser stürzten ein und begruben zwei junge Männer unter sich. Die Katastrophe verschlang auch das Kölner Stadtarchiv mit 1,7 Millionen Dokumenten, die tausend Jahre Stadtgeschichte belegten.
2018 verurteilte ein Gericht den Bauleiter und den verantwortlichen Bauingenieur wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen. Das Urteil wurde später jedoch aufgehoben. Bis 2024 endeten die juristischen Verfahren schließlich mit Geldstrafen statt Haft.
Seitdem liegt das Gelände brach – eine öde Fläche aus Sandsackhügeln, wildwucherndem Gestrüpp und provisorischem Beton. Nun sind schwere Baumaschinen und Arbeiter zurückgekehrt, auch wenn ihre genauen Aufgaben noch unklar sind. Die Aktivistengruppe ArchivKomplex fordert unterdessen weiterhin Mitsprache bei den Planungen für die Neugestaltung sowie einen würdigen Gedenkort für die Opfer.
Jetzt wird der provisorische Beton abgerissen, um den U-Bahn-Bau wiederaufzunehmen. Doch bis zur Vollendung des Projekts ist es noch ein weiter Weg: Schätzungen zufolge werden weitere acht Jahre vergehen.
Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten markiert eine neue Phase für das umstrittene Gelände. Die juristischen Konflikte sind beigelegt, doch die Narben des Einsturzes bleiben. Während die Fertigstellung der U-Bahn-Linie noch in weiter Ferne liegt, steht die Stadt nun vor der doppelten Herausforderung, ihre Infrastrukturbedürfnisse zu erfüllen und gleichzeitig den Forderungen nach einem angemessenen Gedenken an die Opfer der Katastrophe gerecht zu werden.






