Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Bianca StiebitzImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in sogenannten Minijobs steigen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um als noch in den Vorjahren. Während 2017 noch über 100.000 diesen Schritt schafften, hat sich die Zahl bis 2022 mehr als halbiert. Politiker und Behörden diskutieren nun über die Gründe für diesen deutlichen Rückgang.
2017 wechselten insgesamt 102.084 Minijobber in Stellen mit Sozialversicherungspflicht. Bis September 2022 waren es nur noch 50.831 – hochgerechnet auf das gesamte Jahr ergibt das etwa 67.775. Noch stärker fällt der Rückgang bei denen aus, die in Vollzeitstellen wechseln: 2017 gelang dies 33.953 Personen, bis September 2022 waren es lediglich 16.315 – auf das Jahr gerechnet etwa 21.753.
Die Bundesagentur für Arbeit führte die schwache Arbeitsmarktlage als Hauptgrund an. Hülya Düber, CSU-Abgeordnete im Bundestag, kritisierte fehlende Anreize im System, die den Übergang erschweren. Sie argumentierte, dass die aktuelle Politik Beschäftigte nicht ausreichend motiviert, von prekären Minijobs in sichere Arbeitsverhältnisse zu wechseln.
Auch bei Minijobbern, die ergänzende Sozialleistungen beziehen, ging die Zahl der Übergänge in reguläre Beschäftigung zurück. 2017 schafften noch 27,1 Prozent den Wechsel, 2022 waren es nur noch 18,6 Prozent. Jan Feser, AfD-Abgeordneter im Bundestag, warf der Bundesagentur für Arbeit vor, nicht genug zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen.
Der Rückgang der Übergänge von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung spiegelt die größeren Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wider. Angesichts fehlender Anreize und einer schwächeren Wirtschaftslage deutet der Trend auf anhaltende Schwierigkeiten für Arbeitnehmer hin, die nach stabilen Arbeitsplätzen suchen. Behörden und Politiker prüfen weiterhin mögliche Lösungen, um diese negative Entwicklung umzukehren.






