Historischer Wechsel: FAZ ernennt erste Mitverlegerin in 75 Jahren
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in den vierköpfigen Herausgeberrat der FAZ einziehen. Die Entscheidung folgt auf Jahre des schrittweisen ideologischen Wandels bei dem traditionell konservativen Blatt.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Rechtspolitik sowie der Berichterstattung über die Grünen, deren Spitzenpolitiker Annalena Baerbock und Robert Habeck sie mit spürbarer Sympathie begleitet. 2025 erhielt sie für ihren Essay „Warum den Deutschen ein wenig mehr Optimismus guttäte“ den Theodor-Wolff-Preis, was ihren Einfluss innerhalb der Redaktion weiter festigte.
Ihre Berufung setzt eine Entwicklung fort, die nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher im Jahr 2014 einsetzte. Unter dem internen Schlagwort „VerTAZung“ – einem Wortspiel mit den Initialen der Zeitung – verschob sich die FAZ zunehmend in Richtung gemäßigter Linken. Bubrowski komplettiert nun neben Carsten Knop und Jürgen Kaube eine Mehrheit im Herausgeberrat, die die inhaltliche Ausrichtung der Zeitung prägt.
Das Führungsmodell der FAZ basiert auf kollektiver Verantwortung: Vier Mitverleger teilen sich die redaktionelle Leitung. Mit Bubrowskis Eintritt festigt sich der Kurswechsel der Zeitung, die sich damit weiter von ihren konservativen Wurzeln entfernt.
Ihre Beförderung spiegelt den anhaltenden Wandel der FAZ wider – sowohl inhaltlich als auch personell. Als erste Frau in dieser Position wird sie die künftige Ausrichtung des Blattes mitgestalten. Die Veränderung unterstreicht die Neuausrichtung eines der einflussreichsten Medien Deutschlands.






