Europas Flugbranche setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – trotz Widerstand der Airlines
Bianca StiebitzEuropas Flugbranche setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – trotz Widerstand der Airlines
Nachhaltige Flugkraftstoffe in Europa verzeichnen starken Anstieg
Der Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) in Europa hat 2024 deutlich zugelegt und erreicht nun 2 % – ein deutlicher Sprung gegenüber nur 0,6 % im Vorjahr. Die Europäische Kommission bleibt trotz Forderungen der Airlines nach Lockerungen der Vorgaben wegen hoher Kosten und Lieferengpässe bei ihren verbindlichen Zielen unnachgiebig.
Die EU hatte festgelegt, dass bis 2025 mindestens 2 % des Kerosins an regionalen Flughäfen aus SAF stammen müssen. Ab 2030 soll der Anteil an synthetischem E-Kerosin (eSAF) bei 1,2 % liegen. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte, dass Europa auf Kurs sei, das 2025-Ziel zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Zugleich wies er alle Überlegungen zurück, die eSAF-Vorgaben zurückzunehmen – es gebe keinerlei Rechtfertigung für eine Änderung.
Ein EU-Vertreter unterstrich diese Haltung und betonte, dass sich die Regelungen bisher als wirksam erwiesen hätten. Gleichzeitig räumte die Kommission ein, dass die Erschwinglichkeit und Verfügbarkeit des Kraftstoffs verbessert werden müssten. Wie die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) mitteilte, setzten 2024 bereits über 46 Flughäfen – vor allem in Europa und den USA – SAF im regulären Betrieb ein.
Die Airline-Vereinigung Airlines for Europe (A4E) widersprach dieser Linie und forderte die Behörden auf, die eSAF-Anforderungen zu senken. Als Hauptgründe nannte sie begrenzte Verfügbarkeit und hohe Produktionskosten. Trotz dieser Bedenken zeigt die EU keine Anzeichen, ihre Position aufzuweichen.
Mit steigender SAF-Nutzung und fest verankerten Vorgaben steht die europäische Luftfahrtbranche vor einer Gratwanderung: Einerseits gilt es, nachhaltigen Flugkraftstoff bezahlbarer zu machen, andererseits die bestehenden Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die Entschlossenheit der Kommission deutet darauf hin, dass kurzfristig keine politischen Kurskorrekturen zu erwarten sind – die Airlines müssen sich an die Anforderungen anpassen.






