30 March 2026, 20:12

Berlin bestraft Unternehmen ohne Ausbildungsplätze – ab 2028 drohen hohe Abgaben

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit der schwarzen Schrift "Berlin Finance Initiative" in fetter Schrift.

Berlin bestraft Unternehmen ohne Ausbildungsplätze – ab 2028 drohen hohe Abgaben

Berlin führt neue Ausbildungsabgabe ein – Unternehmen mit zu wenigen Lehrstellen zahlen ab 2028 drauf

Berlin hat eine neue Ausbildungsabgabe eingeführt, die Unternehmen bestraft, die zu wenige Ausbildungsplätze anbieten. Ab 2028 müssen Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent erfüllen – oder in einen Fonds einzahlen. Die Maßnahme stößt bei Startups und mittelständischen Unternehmen auf scharfe Kritik.

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat die Abgabe beschlossen, die sich gezielt gegen Unternehmen mit niedrigen Ausbildungsquoten richtet. Betroffen sind rund 25 Prozent der Berliner Betriebe mit zehn oder mehr Mitarbeitenden, da ihre aktuellen Quoten unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten sind ausgenommen, doch vor allem mittelständische Betriebe – etwa in der Gastronomie – müssen mit erheblichen finanziellen Belastungen rechnen.

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Nicht konforme Unternehmen zahlen in einen Topf ein Nach der neuen Regelung müssen säumige Firmen in einen Fonds einzahlen, aus dem jährlich voraussichtlich etwa 75 Millionen Euro generiert werden sollen. Kritiker monieren, die Abgabe treffe vor allem Startups, die auf Automatisierung oder spezialisierte Tätigkeiten setzen, ungerechtfertigt. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, nannte die Abgabe ein "falsches Signal" aus Berlin und betonte, sein Unternehmen setze auf moderne Lernformen statt auf klassische Berufsausbildungen.

Moritz Kreppel von Urban Sports Club äußerte ähnliche Bedenken: Startups würden für Stellen bestraft, die sich nicht mit traditionellen Ausbildungsmodellen vereinbaren ließen. Marius Meiners von Peec AI gab offen zu, lieber die Strafe zu zahlen, als Auszubildende einzustellen – die Arbeitsbelastung sei schlicht unpraktikabel. Agnieszka Walorska vom Fintech Mika hingegen verwies auf das eigentliche Problem: "Es fehlt nicht an Bereitschaft der Unternehmen, sondern am Interesse der Jugend."

Ab 2028 gilt die Pflicht – mit unklaren Folgen für den Standort Berlin Die Abgabe tritt 2028 in Kraft und zwingt betroffene Unternehmen, entweder mehr auszubilden oder in einen gemeinsamen Topf einzuzahlen. Während Befürworter darin eine Chance sehen, die berufliche Ausbildung zu stärken, warnen Gegner vor negativen Folgen für Investitionen in der Hauptstadt. Besonders hart könnte es mittelständische Betriebe treffen, die bereits jetzt Schwierigkeiten haben, die geforderten Quoten zu erfüllen.

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