08 May 2026, 04:14

EU-Methanverordnung: Warum die strengeren Klimaregeln auf der Kippe stehen

Ein Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil Europas an der Abhängigkeit von russischem Erdgas zeigt, mit begleitendem Text, der die Investitionsprozentsätze angibt.

EU-Methanverordnung: Warum die strengeren Klimaregeln auf der Kippe stehen

EU-Methanverordnung: Strengere Regeln, wachsender Widerstand

Seit August 2024 zwingt die Methanverordnung der EU Unternehmen dazu, Methanemissionen entlang ihrer gesamten Lieferkette zu erfassen und drastisch zu reduzieren. Verstöße können nun mit hohen Geldstrafen, der Einziehung von Gewinnen und öffentlichen Warnungen geahndet werden. Doch der Druck, die Regelungen abzumildern, wächst – sowohl aus der Wirtschaft als auch von internationaler Seite.

Die Verordnung sollte die Kontrolle über Methan, ein besonders klimawirksames Treibhausgas, verschärfen. Sie verpflichtet Unternehmen – darunter auch US-Firmen –, Lecks bei der Förderung zu stopfen, wenn sie Gas in Europa verkaufen wollen. Bei der Umsetzung gibt es jedoch Spielraum: Sanktionen können bis nach der Heizperiode ausgesetzt werden, doch eine klare Frist oder eine präzise Definition, was eine „Krise“ darstellt, fehlt.

Noch vor Inkrafttreten des Gesetzes hatte die Gaslobby Eurogas Ausnahmen gefordert. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) äußerte Bedenken und warnte, die Vorschriften könnten die Gasversorgung gefährden. Unterdessen verlangte die Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die EU solle die Verordnung entweder ganz streichen oder deutlich abschwächen.

Ein internes, rechtlich nicht bindendes Positionspapier schlug Ausnahmetatbestände vor. Die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus verurteilte dies als „katastrophales Signal“ und Vorgeben gegenüber US-Druck. Das Dokument könnte dennoch künftige verbindliche Richtlinien prägen.

Die Methanverordnung bleibt zwar in Kraft, doch ihre Durchsetzung steht vor Herausforderungen. Verzögerte Sanktionen und vage Krisenkriterien lassen Interpretationsspielraum. Unternehmen müssen sich nun anpassen – oder Risiken eingehen –, während Lobbyisten und ausländische Regierungen weiter auf Lockerungen drängen.

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