Elektroautos: Unerwartete Cyberrisiken durch Software-Schwachstellen
Bianca StiebitzElektroautos: Unerwartete Cyberrisiken durch Software-Schwachstellen
Elektroautos könnten anfälliger für Cyberangriffe sein als bisher angenommen
Laut einem neuen Bericht sind Elektroautos möglicherweise stärker durch Cyberangriffe gefährdet, als bislang vermutet. Zwar gab es in den letzten fünf Jahren keine dokumentierten erfolgreichen Hackerangriffe, doch warnen Experten, dass Schwachstellen in Software-Schnittstellen nach wie vor ausgenutzt werden könnten. Diese Risiken bestehen fort, obwohl strengere Sicherheitsvorschriften vernetzte Fahrzeuge insgesamt deutlich sicherer gemacht haben.
Der Bericht verweist insbesondere auf Mängel in den Programmierschnittstellen (APIs), wo unzureichende Authentifizierung oder die bloße Abhängigkeit von einer Fahrzeug-Identifikationsnummer unbefugten Zugriff ermöglichen könnten. Der Sicherheitsexperte Christoph Krauss warnte, dass Hacker diese Lücken nutzen könnten, um in die IT-Systeme von Autos einzudringen. Im Extremfall ließen sich damit ganze Modellreihen lahmlegen oder Funktionen wie die Heizung auf höchster Stufe in tausenden Elektrofahrzeugen gleichzeitig ferngesteuert aktivieren – mit der Folge, dass die Batterien vollständig entladen würden und Fahrer liegen blieben.
Trotz dieser Bedenken hat die Branche Fortschritte gemacht. Klarere Sicherheitsstandards und Regulierungen haben die IT-Abwehr moderner Fahrzeuge deutlich gestärkt. Die Hersteller arbeiten eng mit Cybersicherheitsexperten zusammen, um verbleibende Risiken zu minimieren. Vernetzte Funktionen wie Fahrerassistenzsysteme haben zudem die Unfallzahlen gesenkt – der Rückgang der Crashgefahr überwiegt damit die wachsenden Cyberbedrohungen.
Elektroautos bleiben ein besonderer Fokus für potenzielle Angriffe. Bisher sind jedoch keine nachgewiesenen Fälle von realen Hackerangriffen über API-Schwachstellen in den letzten Jahren bekannt geworden. Verbesserte Schutzmechanismen machen solche Attacken zwar schwieriger, doch betonen Experten, dass die Gefahren nicht vollständig gebannt sind.
Die Balance zwischen Sicherheit und Schutz in vernetzten Fahrzeugen bleibt dynamisch. Zwar bestehen Cyberrisiken weiter, doch haben strengere Vorschriften und die Zusammenarbeit der Branche die Wahrscheinlichkeit großflächiger Angriffe verringert. Aktuell überwiegen die Vorteile moderner Fahrerassistenzsysteme noch die Risiken durch mögliche Hackerangriffe.






