Duisburger Polizeilabor: Luxusausstattung für 4,66 Millionen Euro sorgt für Empörung
Pavel FaustDuisburger Polizeilabor: Luxusausstattung für 4,66 Millionen Euro sorgt für Empörung
Hochtechnologie-Polizeilabor in Duisburg sorgt mit Luxusausstattung und hohen Kosten für Aufsehen
Ein innovatives Polizeilabor in Duisburg steht wegen seiner üppigen Ausgaben und ungewöhnlichen Ausstattung in der Kritik. Die Einrichtung, die Millionen mehr kostete als ursprünglich veranschlagt, verfügt über Luxusartikel wie eine riesige Kaffeemaschine und einen Roboterhund. Die Verantwortlichen rechtfertigen die Ausgaben als Teil einer Antikorruptionsstrategie.
Das Duisburger Innovationslabor wurde als 530 Quadratmeter großes Hauptquartier für insgesamt 4,66 Millionen Euro errichtet – ein Vielfaches der ursprünglichen Schätzung von 250.000 Euro. Das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) gab zu, dass vor dem Bau keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde.
Innen wirkt die Überwachungszentrale an manchen Stellen vernachlässigt: Ein kaputter Schwarz-Weiß-Fernseher und umgestürzte Plastikstühle prägen das Bild. Andere Bereiche glänzen dagegen mit aufwendigen Aufwertungen. So wurde der Konferenzraum in eine Lounge mit samtbezogenen Sesseln und Billardtischen verwandelt.
Ein besonderes Highlight ist die vollautomatische Kaffeemaschine in der Größe eines Doppel-Schrankes. Mit 100 individuellen Einstellmöglichkeiten zaubert sie Getränke in Barista-Qualität. Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner, der das Labor leitet, serviert den Kaffee persönlich an Besucher.
Zum Einsatz kommt auch Spot, ein Roboterhund, der dauerhaft im Dienst ist. Programmiert, um sensibles Material zu vernichten, zerkleinert er Beweismittel in winzige Datenpellets. Brandner bezeichnet das Projekt als "brillant teuer" und schlägt vor, es bei Erfolg flächendeckend in Nordrhein-Westfalen einzuführen. Die Luxusausstattung diene seiner Meinung nach als präventive Maßnahme gegen Korruption.
Die endgültigen Kosten des Labors belaufen sich auf 4,66 Millionen Euro – ohne vorherige finanzielle Prüfung. Sollte sich das Konzept bewähren, könnten die hochwertige Technik und Robotik auch in anderen Polizeidienststellen eingeführt werden. Die Behörden betonen, die Ausgaben dienten dem klaren Ziel, die Integrität zu schützen.






