21 March 2026, 04:09

Dierfeld schafft perfekte Wahlbeteiligung mit nur acht Wählern in Rheinland-Pfalz

Ein kleines Dorf mit bunten Häusern verschiedener Größen, das in einem grünen Tal umgeben von Bäumen und Gras liegt.

Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfeld schafft perfekte Wahlbeteiligung mit nur acht Wählern in Rheinland-Pfalz

Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, hat bei der jüngsten Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung verzeichnet. Alle acht wahlberechtigten Einwohner gaben ihre Stimme ab – eine vollständige Beteiligung. Das Dorf mit seinen 15 Einwohnern fällt nicht nur durch seine winzige Größe auf, sondern auch durch seinen besonderen Ansatz in der kommunalen Selbstverwaltung und seine Initiativen im Bereich erneuerbarer Energien.

Das Gut Dierfeld geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als es als Jagdschloss errichtet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die Familie von Greve den Besitz, und bis heute bildet das Anwesen das Zentrum der Gemeinschaft. Neben dem Gut umfasst die Gemeinde einen gärtnerischen Betrieb, 14 Hektar Gemeindewald und 180 Hektar privat bewirtschafteten Wald.

Die Kommunalpolitik in Dierfeld funktioniert anders als in den meisten Orten. Normalerweise treffen der sechsköpfige Gemeinderat und der Bürgermeister die Entscheidungen. Doch für Landtagswahlen gelten besondere Regelungen: Da es nur acht Wahlberechtigte gibt, schloss sich das Dorf mit dem Nachbarort Manderscheid zu einem gemeinsamen Wahlbezirk zusammen. So ließ sich die Wahlgeheimhaltung wahren – pro Urne werden mindestens 30 Stimmzettel benötigt. Die Einwohner stimmten per Briefwahl ab, die der Bürgermeister vor der Auszählung einsammelte.

Doch Dierfeld ist nicht nur politisch eine Besonderheit, sondern setzt auch in Sachen Nachhaltigkeit Maßstäbe. Aktuell entsteht auf 15 Hektar eine Solarfarm, die die Produktion erneuerbarer Energien vorantreiben soll. Die Gewinne aus dem Projekt fließen zudem in lokale gemeinnützige Vorhaben.

In Rheinland-Pfalz gibt es rund 2.300 Gemeinden, von denen etwa 140 weniger als 100 Einwohner zählen. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm teilen sich Nachbarorte wie Hamm (16 Einwohner) und Keppeshausen (17 Einwohner) mit Dierfeld den Ruf, zu den kleinsten Gemeinden der Region zu gehören.

Die 100-prozentige Wahlbeteiligung in Dierfeld unterstreicht den starken Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und ihre flexiblen Wahlmethoden. Das Solarkraftwerk-Projekt zeigt zudem, wie selbst winzige Gemeinden zu übergeordneten Umwelt- und Sozialzielen beitragen können. Als eines der bevölkerungsärmsten Dörfer Deutschlands verbindet Dierfeld auf einzigartige Weise Tradition mit zukunftsweisenden Projekten.

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