20 April 2026, 16:13

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung trotz Gaspreiskrise und geopolitischer Spannungen

Eine Balkendiagramm-Illustration, die den prozentualen Anteil von Europas Erdgasversorgung aus Russland zeigt, mit begleitenden Textbeschriftungen.

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung trotz Gaspreiskrise und geopolitischer Spannungen

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter in Deutschland. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Dies geschieht vor dem Hintergrund steigender Gaspreise und geopolitischer Spannungen, die die Bemühungen beschleunigen, den staatlichen Einfluss zurückzufahren.

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Sefe verwaltet derzeit kritische Energieinfrastrukturen, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Die deutsche Regierung muss ihren Anteil am Unternehmen bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Nach der ersten Kapitalaufstockung sind weitere Schritte zur Verringerung der staatlichen Beteiligung geplant.

Gleichzeitig prüfen Beamte eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur. Das Unternehmen selbst hat jedoch ausgeschlossen, seine Vermögenswerte für separate Verkäufe aufzuspalten, und setzt stattdessen auf den Erhalt seiner einheitlichen Unternehmensstruktur.

In anderen Teilen Europas untersucht Moldau unterdessen die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz, nachdem es zu einem Streit mit dem russischen Konzern Gazprom gekommen war. In Serbien hat das US-Finanzministerium eine letzte einmonatige Ausnahmegenehmigung von Sanktionen für die Naftna Industrija Srbije (NIS) verlängert, ein serbisches Ölunternehmen, das mehrheitlich russischen Eigentümern gehört. Ursprünglich hatte die USA Gazprom Neft 45 Tage Zeit eingeräumt, um seinen Anteil an NIS zu veräußern.

Die Privatisierung von Sefe markiert einen bedeutenden Wandel im deutschen Energiesektor. Mit der Vorgabe, die staatliche Beteiligung bis 2028 zu reduzieren, wird dieser Prozess die Zukunft des Unternehmens prägen. Die Entwicklung wird zudem die übergeordneten Strategien zur Energiesicherheit in ganz Europa beeinflussen.

Quelle