Deutsche lehnen Kürzungen im Gesundheitssystem mehrheitlich ab – Umfrage zeigt klare Ablehnung
Bianca StiebitzDeutsche lehnen Kürzungen im Gesundheitssystem mehrheitlich ab – Umfrage zeigt klare Ablehnung
Eine aktuelle Umfrage zeigt nur begrenzte öffentliche Unterstützung für mögliche Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem. Die von Insa im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführte Erhebung befragte zwischen dem 26. und 27. März 2026 insgesamt 1.003 Personen. Die Ergebnisse liegen nur wenige Tage vor der Vorstellung der Reformvorschläge einer Expertenkommission vor, die die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zum Ziel hat.
Die von Gesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Kommission soll eine erwartete Finanzierungslücke von 12 bis 14 Milliarden Euro schließen. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte zwar die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen, konkrete Details wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben. Bisher wurden Maßnahmen wie die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner, Leistungskürzungen oder die Einführung von Abgaben auf ungesunde Produkte wie Zucker und Tabak diskutiert.
Die Umfrageergebnisse zeigen deutlichen Widerstand gegen mehrere geplante Änderungen. Eine klare Mehrheit von 57 Prozent lehnt die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner ab, während nur 28 Prozent eine solche Maßnahme befürworten. Ebenso sprechen sich 39 Prozent gegen Kürzungen bei den Leistungen für Versicherte aus.
Andere Vorschläge stoßen auf noch geringere Zustimmung: Lediglich 14 Prozent befürworten die Wiedereinführung von Zuzahlungen für Arztbesuche. Nur 8 Prozent wären bereit, höhere Krankenkassenbeiträge zu zahlen, und 11 Prozent könnten sich vorstellen, mehr Eigenanteile für Medikamente und Krankenhausaufenthalte zu übernehmen. Immerhin 21 Prozent würden eine Reduzierung des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung akzeptieren.
Ein Vorschlag fand etwas mehr Anklang: 31 Prozent der Befragten könnten auf das Erfordernis einer Überweisung für Facharztbesuche verzichten. Insgesamt deutet die Umfrage jedoch darauf hin, dass die meisten Menschen Veränderungen skeptisch gegenüberstehen, die ihre persönlichen Kosten erhöhen oder den Zugang zu medizinischer Versorgung einschränken könnten.
Die vollständigen Empfehlungen der Expertenkommission sollen am Montag, dem 30. März 2026, vorgestellt werden. Ihre Aufgabe bestand darin, die wichtigsten Kostentreiber zu identifizieren und Reformen vorzuschlagen, die eine langfristige Stabilität der Gesundheitsfinanzierung gewährleisten.
Die Umfrage unterstreicht die Herausforderungen, vor denen die Politik steht, wenn sie die Reformen bekannt geben wird. Angesichts der starken öffentlichen Ablehnung vieler Sparmaßnahmen muss die Regierung einen Ausgleich zwischen finanzieller Nachhaltigkeit und den Sorgen der Wähler finden. Die für nächste Woche erwarteten Vorschläge der Kommission werden genau beobachtet werden – insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf den Zugang zu und die Bezahlbarkeit von Gesundheitsleistungen.






