Bundesverwaltungsgericht kippt Urteil: Volksbühne-Konflikt um Lärm und Wohnraum geht in nächste Runde
Edelgard HolzapfelNachbarschaftsstreit mit der Kölner Volksbühne geht in die nächste Runde - Bundesverwaltungsgericht kippt Urteil: Volksbühne-Konflikt um Lärm und Wohnraum geht in nächste Runde
Ein langjähriger Streit zwischen dem Kölner Volksbühne-Theater und einem Anwohner über den Umbau eines Wohnraums hat eine neue Wendung genommen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Fall zur erneuten Prüfung an das Oberverwaltungsgericht Münster zurückverwiesen – mit der Begründung, dass zentrale Aspekte nicht ausreichend geprüft wurden.
Der Konflikt entzündete sich, als eine Baugenehmigung erteilt wurde, um Teile einer ehemaligen Druckerei in der Nähe der Volksbühne in eine Wohnung umzuwandeln. Der Verein Freie Volksbühne focht diese Entscheidung an und argumentierte, der durch bestehende Rechte geschützte Theaterbetrieb würde den neuen Mieter stören. Die Kläger verwiesen darauf, dass Lärm von Aufführungen und Veranstaltungen die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten würde.
Im Juni 2024 gab das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster der Volksbühne zunächst recht. Die Richter hoben die Genehmigung auf, da die Lärmbelastung tatsächlich die zulässigen Werte übersteigen würde. Doch das Bundesverwaltungsgericht entdeckte später Mängel in diesem Urteil.
Das Leipziger Gericht urteilte, dass sich das Münsteraner Urteil zu stark auf die Lärmüberschreitung konzentriert habe. Es ordnete eine neue Verhandlung an und bestand darauf, dass sämtliche relevanten Fakten – einschließlich der weiteren Auswirkungen auf das Viertel – umfassend geprüft werden müssen. Bisher gibt es keine weiteren Informationen darüber, wie die Fläche derzeit genutzt wird oder wie sich der Streit seit der 2025 erteilten Umwandlungsgenehmigung auf das lokale Miteinander auswirkt.
Der Fall landet nun erneut in Münster, wo das Gericht alle Aspekte des Konflikts neu bewerten muss – nicht nur die Lärmbelastung. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob der Wohnumbau durchgeführt werden kann oder ob die Einwände des Theaters ihn blockieren.






