Bundesnetzagentur erhält mehr Macht gegen Cyberangriffe auf Energienetze
Bianca StiebitzBundesnetzagentur erhält mehr Macht gegen Cyberangriffe auf Energienetze
Die deutsche Bundesnetzagentur erhält künftig erweiterte Befugnisse bei der Bewertung von Cyberbedrohungen – dank der neuen NIS-2-Richtlinie. Die Anpassung erfolgt vor dem Hintergrund der voranschreitenden Digitalisierung im Energiesektor, die zunehmend Sorgen über wachsende Sicherheitslücken aufwirft. Ein neu entwickeltes Rahmenwerk ermöglicht nun umfassendere Analysen von Vorfällen und deren übergreifenden Auswirkungen.
Bisher beschränkten sich Meldungen über Sicherheitsvorfälle auf Einzelfälle, ohne die weiteren Konsequenzen zu berücksichtigen. Die neue Methodik, die vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) erarbeitet wurde, führt ein strukturiertes Vorgehen für tiefgreifendere Untersuchungen ein. Dazu gehören ein Klassifizierungssystem für Vorfälle sowie ein dreistufiges, risikobasiertes Bewertungsmodell.
Das Rahmenwerk deckt alle Phasen ab – von der ersten Datenerfassung bis zur vollständigen Folgenabschätzung. Es berücksichtigt sowohl systemische Risiken als auch wirtschaftliche Auswirkungen. Die Studie baut zudem auf bestehenden europäischen Ansätzen auf, etwa dem Klassifizierungssystem für Cyberangriffe der ENTSO-E.
Die Bundesnetzagentur wird die Methodik nun testen und schrittweise einführen. Langfristig könnte sie die Bewertungen auch auf untere Ebenen des Energiesektors ausweiten.
Das neue System bietet eine klarere Grundlage zur Einschätzung von Cyberbedrohungen in den deutschen Energienetzen. Es ersetzt die bisherigen, begrenzten Analysen durch einen ganzheitlicheren Ansatz. Die erweiterte Kompetenz der Behörde im Rahmen von NIS-2 zielt darauf ab, den Schutz auszubauen – angesichts der weiter wachsenden digitalen Risiken.






