Brandenburgs Schulen vor dem Kollaps: Rekordlehrermangel trifft auf Sparzwang
Pavel FaustBrandenburgs Schulen vor dem Kollaps: Rekordlehrermangel trifft auf Sparzwang
Brandenburg kämpft mit dem schwersten Lehrkräftemangel aller Zeiten – kurz vor Beginn des neuen Schuljahres
Die Krise fällt zusammen mit Rekordschülerzahlen und drastischen Haushaltskürzungen. Bildungsminister Gordon Hoffmann räumte ein, dass im Jahr 2025 nicht mehr garantiert werden könne, den erforderlichen Stundenplan vollumfänglich abzudecken.
Bereits im Schuljahr 2022/2023 blieben in Brandenburg rund 2.000 Lehrerstellen unbesetzt. Besonders betroffen sind die Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Informatik an weiterführenden Schulen. Auch in der Sonderpädagogik und an Berufsschulen klaffen erhebliche Lücken.
Die Lage hat sich durch die jüngsten Sparmaßnahmen weiter verschärft: Der Haushalt 2025 streicht 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich, was die Gewinnung neuen Personals zusätzlich erschwert. Quereinsteiger, die den Mangel hätten lindern können, werden nicht mehr eingestellt. Die meisten bestehenden Lehrkräfte müssen nun eine zusätzliche Wochenstunde unterrichten, um die Engpässe auszugleichen.
Trotz der Krise hat Hoffmann Reformen angekündigt, um die Lese- und Rechenkompetenzen der Schüler zu verbessern. Doch die Kürzungen haben landesweite Proteste unter Lehrkräften ausgelöst, die argumentieren, dass weniger Personal die Umsetzung dieser Ziele unmöglich mache.
Im kommenden Jahr wird Brandenburg die höchsten Schülerzahlen seiner Geschichte verzeichnen – bei gleichzeitigem Rekordlehrermangel. Die Schulen müssen mit weniger Ressourcen auskommen, während die Anforderungen steigen. Ob die Regierung ihre versprochenen Reformen umsetzen kann, steht nun auf der Kippe.






