17 March 2026, 12:12

BfV soll mehr Macht bekommen – doch Kritiker warnen vor Kontrollverlust

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Was gibt es für die Verfassungsreform des Verfassungsschutzes vorzuschlagen? - BfV soll mehr Macht bekommen – doch Kritiker warnen vor Kontrollverlust

Bundesinnenministerium treibt Ausbau der Befugnisse des Verfassungsschutzes voran

Das deutsche Innenministerium setzt seine Pläne fort, die Kompetenzen des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) deutlich auszuweiten. Die geplanten Reformen sollen die Behörde zu einem aktiveren Nachrichtendienst umformen, der eigenständig operative Maßnahmen ergreifen kann. Kritiker fordern jedoch strengere Kontrollen, um sicherzustellen, dass die Änderungen mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben vereinbar sind.

Innenminister Alexander Dobrindt skizzierte eine Vision des BfV als "echten Nachrichtendienst", der über seine bisherige Rolle als Analyse- und Frühwarninstitution hinauswächst. Nach den neuen Plänen soll die Behörde die Befugnis erhalten, Bedrohungen präventiv zu unterbinden – der genaue Umfang dieser Kompetenzen wird jedoch noch diskutiert.

Die Reform sieht zudem eine Absenkung der Hürden für den Informationsaustausch mit der Polizei vor. Damit soll die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden effizienter gestaltet werden, insbesondere bei der Bekämpfung von rechtsextremer Finanzierung, islamistischer Rekrutierung und linksextremen Gewaltnetzwerken. Zudem werden die Regelungen zur Datenspeicherung überarbeitet, um zu verhindern, dass frühere Radikalisierung Betroffene dauerhaft belastet.

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Aus der Opposition kommen Bedenken wegen mangelnder Kontrolle. Konstantin von Notz, das einzige Oppositionsmitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr), betont, dass eine Ausweitung der Befugnisse mit stärkeren Aufsichtsmechanismen einhergehen müsse. Er argumentiert, das BfV solle sich weiterhin auf analytische Arbeit konzentrieren, statt direkt einzugreifen. Andere Oppositionsparteien wie die AfD und die Linke sind im Gremium derzeit nicht vertreten.

Auch der rechtliche Rahmen für den Datenaustausch zwischen Behörden wird überarbeitet. Die Änderungen sollen bis 2026 in Kraft treten, wobei die konkreten Umsetzungsdetails noch ausgearbeitet werden.

Die geplanten Reformen würden einen grundlegenden Wandel in der Arbeitsweise des deutschen Inlandsnachrichtendienstes bedeuten. Falls verabschiedet, übernimmt das BfV eine aktivere Rolle bei der Abwehr von Sicherheitsrisiken, steht dabei aber vor Forderungen nach schärferen Schutzmechanismen. Zudem werden die Reformen beeinflussen, wie Daten innerhalb von Polizei- und Nachrichtendienstnetzwerken ausgetauscht und gespeichert werden.

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