08 May 2026, 04:14

Asylanträge sinken – doch nicht wegen Grenzkontrollen, sondern wegen Syrien

Ein Plakat, das eine detaillierte Karte von Europa zeigt, die die Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit ihren Grenzen, wichtigen Städten, Flüssen und geografischen Merkmalen hervorhebt, begleitet von Text, der zusätzliche Länderinformationen bereitstellt.

Asylanträge sinken – doch nicht wegen Grenzkontrollen, sondern wegen Syrien

Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück – Experte sieht Ursache in Syrien, nicht in Grenzkontrollen

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt diesen Rückgang vor allem auf Veränderungen in Syrien zurück – und nicht auf die jüngste Grenzpolitik Berlins. In seinem aktuellen Bericht stellt er die Strategie der Bundesregierung infrage, die sich auf Zurückweisungen an den Binnengrenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz konzentriert.

Seit Mai 2025 hat die deutsche Regierung die Praxis der Pushbacks verschärft. Damit sollten irreguläre Migration eingedämmt und Asylsuchende an den Binnengrenzen abgewiesen werden. Doch Knaus argumentiert, dass diese Maßnahmen kaum Einfluss auf die Ankunftszahlen haben – und zudem gegen EU-Recht verstoßen.

2024 nahmen Deutschland und Österreich zusammen 80 Prozent aller syrischen Schutzberechtigten in der EU auf. Nun verzeichnen beide Länder weniger Anträge, da sich die Lage in Syrien verändert hat. Knaus verweist darauf, dass Pushbacks 2015 noch allein von der rechtspopulistischen AfD gefordert wurden – heute sind sie jedoch Teil der Mainstream-Politik.

Der Experte kritisiert, dass die Regierung eine Chance vertan habe. Statt auf Abweisungen zu setzen, hätte sie den Rückgang der Anträge nutzen sollen, um ein humaneres und nachhaltigeres Migrationssystem aufzubauen.

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Der Rückgang der Asylgesuche hat den Druck auf Deutschland und Österreich zwar verringert. Doch Knaus warnt: Pushbacks bleiben rechtlich fragwürdig und unwirksam. Ohne grundlegende Reformen, so seine Einschätzung, droht der aktuelle Ansatz sowohl Migranten als auch den EU-Mitgliedstaaten zu schaden.

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