AfD feiert Rekordwahl 2025 – trotz Extremismus-Vorwürfen und Mitgliederschwund
Bianca StiebitzAfD feiert Rekordwahl 2025 – trotz Extremismus-Vorwürfen und Mitgliederschwund
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich von einer euroskeptischen Partei zu einer dominierenden rechtspopulistischen Kraft in der deutschen Politik gewandelt. 2013 als wirtschaftsliberale Bewegung gegründet, vollzog sie nach der Flüchtlingskrise 2015 einen radikalen Kurswechsel – und verlor dabei etwa ein Fünftel ihrer damals 21.000 Mitglieder. Bei der Bundestagswahl 2025 konnte sie ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppeln, mit Alice Weidel als Kanzlerkandidatin.
Unterdessen hat der ARD-Moderator Georg Restle sowohl die AfD als auch den Umgang seines eigenen Senders mit der Partei offen kritisiert. Er warnt davor, dass eine normalisierte Berichterstattung deren extremistische Verstrickungen verharmlose und das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Journalismus untergrabe.
In ihren Anfangsjahren konzentrierte sich die AfD vor allem auf die Ablehnung des Euro und der EU-Politik. Doch die Flüchtlingskrise 2015 verschob ihre Prioritäten – Migration rückte in den Mittelpunkt. Dieser ideologische Wandel führte zu inneren Zerwürfnissen, rund 4.200 Mitglieder traten aus. Trotz dieser Verluste legte die Partei bei der Wahl 2025 deutlich zu und erzielte ein weit stärkeres Ergebnis als noch 2021.
Im Mai 2025 stufte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD als "eindeutig rechtsextrem" ein. Ein Kölner Gericht stoppte diese Einordnung jedoch im Februar 2026 in einem Eilverfahren. Mehrere Landesverbände – darunter Sachsen, Thüringen und Brandenburg – waren bereits von regionalen Behörden als extremistisch eingestuft worden.
Georg Restle, Moderator des ARD-Investigativmagazins Monitor, ist einer der schärfsten Kritiker des AfD-Aufstiegs. Er wirft der Partei vor, sich aus "gewaltbereitem Rechtsextremismus auf der Straße" zu speisen, und warnt davor, ihre Ideologie als bloße politische Meinung zu behandeln. Restle verweigerte Björn Höcke, einer der umstrittensten Figuren der AfD, bewusst eine Bühne – selbst während des Wahlkampfs – und stellte ihn damit nicht auf eine Stufe mit etablierten Politikern.
Seine Kritik richtete sich auch gegen die ARD selbst. Restle geißelte die Kürzung der Sendezeit von Monitor als "großen Fehler", der vor allem von Sparzwängen und nicht von journalistischer Verantwortung geleitet sei. Zudem beklagte er eine wachsende Scheu unter Kollegen, die AfD konsequent zu hinterfragen – aus Angst vor Repressalien. Darüber hinaus warnte er davor, dass eine kontextlose Berichterstattung über globale Krisen nur Ängste schüre – eine gefährliche Entwicklung in Zeiten aufkeimenden Extremismus.
Trotz Mitgliederschwund und Extremismus-Vorwürfen ist die AfD heute die einflussreichste rechtspopulistische Partei Deutschlands. Ihr Wahlerfolg 2025 spiegelt einen grundlegenden Wandel der politischen Prioritäten wider, in dem Migration nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Gleichzeitig offenbaren die Debatten innerhalb der ARD die Spannungen darüber, wie Medien mit solchen Bewegungen umgehen sollen.
Restles Mahnungen verdeutlichen die Herausforderungen der Zukunft: den Spagat zwischen journalistischer Sorgfaltspflicht und dem Druck, radikale Positionen zu normalisieren. Während das Urteil zum BfV-Beschluss die AfD rechtlich in einer Grauzone belässt, wächst ihr Einfluss in Landes- und Bundespolitik weiter.






