Wohnungsnot bedroht Millionen Rentner bis 2036 – IG Bau warnt vor sozialer Krise
Pavel FaustWohnungsnot bedroht Millionen Rentner bis 2036 – IG Bau warnt vor sozialer Krise
Bezahlbarer Wohnraum ist „das drängendste soziale Problem“, warnt Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau. In einem aktuellen Interview mit der Rheinischen Post betonte er, dass ohne rasches Handeln eine Welle von Rentnern innerhalb des nächsten Jahrzehnts von Wohnungsarmut bedroht sein könnte. Seine Äußerungen fallen mit neuen Studien zusammen, die die finanzielle Belastung der alternden Bevölkerung in Deutschland beleuchten.
Laut aktuellen Berechnungen des Pestel-Instituts zeichnet sich eine drohende Krise für die Babyboomer-Generation ab. Allein in Nordrhein-Westfalen könnten zwischen 2026 und 2036 über eine Million Rentner mit hohen Mieten kämpfen. Bundesweit werden voraussichtlich rund 5,1 Millionen Menschen dieser Generation eine gesetzliche Rente von unter 800 Euro monatlich beziehen – viele von ihnen sind damit besonders gefährdet, in finanzielle Not zu geraten.
Schon jetzt sind mehr als 760.000 Rentner in Deutschland auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. Das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Rentner und rund 40 Prozent der Nachkriegsgeneration. Feiger machte deutlich, dass sich die Lage weiter verschärfen werde, sofern das Wohnungsangebot nicht deutlich ausgeweitet wird.
Über die sozialen Aspekte hinaus argumentierte Feiger, dass ein Ausbau des Wohnungsbaus auch die Wirtschaft ankurbeln würde. Er forderte eine große Bauoffensive, um flächendeckende Wohnungsarmut zu verhindern und langfristigen Wohlstand zu sichern.
Die Warnungen von Feiger und dem Pestel-Institut zeigen eine wachsende Herausforderung für die Politik auf. Ohne Gegenmaßnahmen könnte ein beträchtlicher Teil der Rentner aufgrund steigender Mieten in finanzielle Unsicherheit abrutschen. Der Gewerkschaftsvorsitzende verknüpft Wohnungsbaulösungen direkt mit übergeordneten wirtschaftlichen Vorteilen und drängt auf sofortige Schritte, um die Versorgungslücke zu schließen.






