20 March 2026, 08:11

Wie Seemannslieder und Filme Hamburgs maritimes Erbe bewahren

Altes Buchcover mit einem Schiff, das auf Wasser segelt, und dem Text "Fünf ausgezeichnete neue Lieder" sowie einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

Wie Seemannslieder und Filme Hamburgs maritimes Erbe bewahren

Das Meer hat seit jeher Musik, Film und Tradition in deutschen Hafenstädten geprägt. In Hamburg und Kiel erfüllten einst Matrosenlieder die Docks – eine Mischung aus Arbeitsrhythmen und Geschichten vom Ozean. Diese Melodien fanden ihren Weg in die Popkultur, von klassischen Filmen bis zu den bis heute gesungenen Shanties.

Der Film Große Freiheit Nr. 7 aus dem Jahr 1944 fing diesen maritimen Geist ein. Hans Albers spielte darin Hannes Kröger, einen Seemann und Sänger, der sich nach den weiten Wellen sehnt. Als "blonder Hans" bekannt, wurde Albers vor allem für seine Seemannslieder berühmt – ein Genre, das im 19. und frühen 20. Jahrhundert blühte. Diese Lieder entstanden als Arbeitsgesänge der Seeleute, die in der Zeit der Segel- und Dampfschifffahrt in hansestädtischen Zentren wie Hamburg und Kiel die Moral stärkten.

Der Höhepunkt des Films zeigt Kröger, der auf der Padua anheuert, Hamburgs letztem großen Segelschiff. Dieses Schiff existiert noch heute – unter dem Namen Krusenstern dient es als russisches Schulschiff und ist die einzige erhaltene Viermastbark der legendären Flying-P-Liner-Flotte. Die Szene symbolisierte sowohl Flucht als auch Tradition, Themen, die in einer vom Schiffsverkehr geprägten Stadt Widerhall fanden.

Für viele wurden diese Lieder zu einer persönlichen Angelegenheit. Ein Autor, der in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel aufgewachsen war, beobachtete täglich, wie Schiffe vorbeizogen. Seine Liebe zu Seemannsliedern umfasste Stücke von Freddy Quinn, Lale Andersen und Albers selbst. Sogar sein Kirchenchor zählte einen bassstarken Sänger des Lotsen-Gesangvereins zu seinen Mitgliedern – ein 1929 gegründeter Lotsenchor, der die Tradition am Leben hielt, lange nachdem Dampfschiffe die Segel verdrängt hatten.

Das Erbe der Matrosenlieder lebt weiter – in Filmen, Chören und den gelegentlichen Barken, die noch heute durch die Wellen schneiden. Große Freiheit Nr. 7 verband diese Fäden und verknüpfte die fiktive Reise eines Seemanns mit echten Schiffen wie der Padua. Heute existieren Musik und Schiffe noch immer und tragen die Geschichten einer Zeit mit sich, in der das Meer sowohl Arbeit als auch Kultur prägte.

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