24 March 2026, 14:11

Wie ein verbotener Ballett-Klassiker Rudolf Nurejews dramatisches Leben auf die Bühne bringt

Eine Ballerina in einem weißen Tutu und Spitzenschuhen tanzt auf der Bühne, während ein Publikum zusieht, mit einem Burgenbild im Hintergrund.

Wie ein verbotener Ballett-Klassiker Rudolf Nurejews dramatisches Leben auf die Bühne bringt

Ein bahnbrechendes Ballett über Rudolf Nurejew feierte 1995 in Berlin Premiere – nur zwei Jahre nach dem Tod des legendären Tänzers. Geschaffen vom Choreografen Juri Possochow und dem Regisseur Kirill Serebrennikow, verbindet die Produktion die dramatische Lebensgeschichte Nurejews – von seiner Geburt im Transsibirien-Express über seine Flucht in den Westen bis zu seinen letzten Tagen in Paris.

Nurejew wurde 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Reise am Baikalsee geboren. Sein außergewöhnliches Talent führte ihn an die Waganowa-Ballettakademie, wo seine Karriere begann, bevor er 1961 spektakulär aus der Sowjetunion floh. Das Ballett zeichnet diese prägenden Stationen nach und gipfelt in einer beklemmenden Schluss-Szene: Der von AIDS gezeichnete Nurejew, mit weißem Turban, dirigiert die letzten Takte seines Lebens.

Die Bühne ist gefüllt mit Objekten aus Nurejews eigenem Universum – männliche Akte alter Meister, Thonet-Stühle, Sofas, die einst Maria Callas gehörten, und sogar Anspielungen auf seine italienische Insel. Diese opulente Ausstattung spiegelt die Versteigerung seines Nachlasses 1995 wider, die seinem Tod in Paris im Vorjahr folgte.

Die Uraufführung 2017 in Moskau erlebte Verzögerungen, nachdem Serebrennikow, damals Direktor des Bolschoi-Theaters, unter Hausarrest gestellt worden war. Später wurde er wegen Veruntreuung verurteilt und verpasste die russische Premiere. Trotz seiner juristischen Probleme kam die Produktion auf die Bühne – bis sie 2023 in Russland verboten wurde, mit der Begründung, sie werbe für "nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen".

Possochow, zwar US-Bürger ukrainischer Herkunft, bleibt eine prägende Figur im Repertoire des Bolschoi. Zwar verliert der zweite Akt an Intensität, doch überzeugen weiterhin atemberaubende Soli und große Ensembleszenen.

Nurejew ist ein lebendiges Denkmal für einen der größten Tänzer der Geschichte. Die Mischung aus persönlichen Relikten, kühner Choreografie und politischer Brisanz macht das Werk zu einem Meilenstein des modernen Balletts. Die Produktion gastiert weiterhin international – in Russland bleibt sie jedoch verboten.

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