26 April 2026, 00:21

Wie die Dresdner Obergraben-Presse die Kunstszene revolutionierte

Ein detailliertes Skizze des Schlosshof-Gebäudes in Dresden, Deutschland, das zahlreiche Fenster und Statuen an seiner Fassade zeigt, gezeichnet auf einem Blatt Papier mit begleitendem Text.

Wie die Dresdner Obergraben-Presse die Kunstszene revolutionierte

In den mittleren 1970er-Jahren schloss sich in Dresden eine Gruppe von Künstlern zusammen, um ein einzigartiges kreatives Zentrum zu schaffen. Die Dresdner Obergraben-Presse begann als künstlerisch geleitetes Projekt, das Druckgrafik, Verlagswesen und Ausstellungen unter einem Dach vereinte. Ihre Wurzeln reichen bis zu früheren Kooperationen und dem gemeinsamen Streben nach künstlerischer Freiheit zurück.

Die Geschichte nahm 1971 ihren Anfang, als A.R. Penck die Künstlervereinigung Lücke mitgründete. Dieses Kollektiv bestand bis 1976 – im selben Jahr, in dem Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Oberground weiterentwickelte. In dieser Zeit stießen Eberhard Göschel und Peter Herrmann zur Arbeitsgruppe des Leonhardi-Museums und vertieften ihr Engagement in der Dresdner Kulturszene.

Jochen Lorenz, eine weitere Schlüsselfigur, wollte mehr als bloße Routinearbeit: Statt Fahrpläne für die Staatsbahn zu drucken, suchte er nach kreativen Herausforderungen. Herrmann besaß eine seltene italienische Druckerpresse aus dem Jahr 1908, die Bernhard Theilmann sorgfältig restaurierte. Diese Maschine wurde zum Mittelpunkt ihrer Pläne.

1978 zog Göschel in ein größeres Atelier um, wodurch eine Dreizimmerwohnung frei wurde. Der Raum wurde für Experimente umgenutzt und half dabei, die Obergraben-Presse als Werkstatt und Galerie zu etablieren. Das Projekt verband Druck, Verlagswesen und Ausstellungen auf eine Weise, die es in der Stadt zuvor nicht gegeben hatte.

Die Obergraben-Presse entstand aus einer Mischung von künstlerischem Ehrgeiz und praktischen Ressourcen. Ihre Gründer kombinierten restaurierte Geräte, ungenutzten Raum und ein Netzwerk von Mitstreitern, um etwas Neues zu schaffen. Die Initiative hinterließ einen bleibenden Eindruck in der unabhängigen Dresdner Kunstszene.

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