Warum scheitern hochqualifizierte Führungskräfte trotz perfektem Lebenslauf?
Edelgard HolzapfelWarum scheitern hochqualifizierte Führungskräfte trotz perfektem Lebenslauf?
Die vielversprechende Karriere einer Führungskraft ist kürzlich ins Stocken geraten – trotz exzellenter Qualifikationen und herausragender Referenzen. Das Problem lag nicht in mangelnder Fachkompetenz, sondern in verborgenen Schwächen im Führungsverhalten. Der Düsseldorfer Personalberater Norbert Graschi zeigt auf, wie scheinbar kleine, alltägliche Interaktionen über Aufstieg oder Scheitern eines Kandidaten entscheiden können.
Die betreffende Person verfügte über einen beeindruckenden Lebenslauf und einwandfreie berufliche Empfehlungen. Doch als Graschis Team Hintergrundrecherchen durchführte, zeichnete sich ein anderes Bild ab. Gespräche mit Kollegen und Mitarbeitern brachten Probleme ans Licht: Der Umgang mit Kritik und die Art, wie die Führungskraft mit Angestellten umging, warfen Fragen auf.
Personalberater führen routinemäßig Gespräche auf allen Unternehmensebenen, um ein umfassendes Profil zu erstellen. In diesem Fall sorgte vor allem der Tonfall des Kandidaten in internen Diskussionen für Bedenken. Der Betriebsrat griff sogar ein, nachdem es Berichte über herablassende oder harte Kommunikation gegeben hatte.
Geschäftskontakte bestätigten, dass der Führungsstil der Führungskraft mit ihrer fachlichen Expertise kollidierte. Zwar war das strategische Denken ausgeprägt, doch an emotionaler Intelligenz und zwischenmenschlichen Fähigkeiten mangelte es. Diese Defizite traten erst in ausführlichen Gesprächen zutage – nicht anhand der formalen Qualifikationen.
Der Fall verdeutlicht: Für eine erfolgreiche Führungslaufbahn zählen mehr als nur Erfahrung und Referenzen. Selbstreflexion und Anpassungsfähigkeit im Umgang mit Menschen sind entscheidend für Führungskräfte, die Spitzenpositionen anstreben. Ohne diese Kompetenzen riskieren selbst die besten Kandidaten, ihre Karriere zu gefährden.






