13 March 2026, 08:14

Wacker Chemie schreibt 2025 Rekordverlust von 805 Millionen Euro – und startet radikales Sparprogramm

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Erholung und wirtschaftliche Erholung mit Unterabschnitten für verschiedene Branchen, begleitet von beschreibendem Text auf der linken Seite.

Wacker Chemie schreibt 2025 Rekordverlust von 805 Millionen Euro – und startet radikales Sparprogramm

Wacker Chemie verzeichnet 2025 deutlichen Nettoverlust von 805 Millionen Euro

Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 einen erheblichen Nettoverlust in Höhe von 805 Millionen Euro ausgewiesen. Der starke Einbruch folgt auf ein herausforderndes Jahr, das von rückläufigen Umsätzen, hohen Energiekosten und erheblichen Wertberichtigungen geprägt war. Als Reaktion hat das Unternehmen sein bisher größtes Sparprogramm mit dem Namen PACE gestartet, um die Geschäfte zu stabilisieren und langfristig wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

Die finanziellen Schwierigkeiten des Konzerns wurden durch einen Rückgang des Gesamtumsatzes um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro im Jahr 2025 deutlich. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) brach um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Treiber des Rückgangs waren geringere Absatzmengen, gesunkene Preise und nicht ausgelastete Produktionskapazitäten – verschärft durch die anhaltend hohen Energiekosten in Deutschland.

Um die Verluste zu bewältigen, führte Wacker Chemie im Oktober 2025 das PACE-Programm ein. Die Initiative zielt darauf ab, die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro zu senken, vor allem durch Kürzungen in der Produktion und Verwaltung. Im Rahmen des Plans sollen weltweit über 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden, wobei der Großteil der Streichungen in Deutschland ansteht. Derzeit verhandeln die Arbeitnehmervertreter über die Details, konkrete Vereinbarungen stehen jedoch noch aus.

Für das laufende Jahr prognostiziert das Unternehmen ein moderates Wachstum mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA wird voraussichtlich zwischen 550 Millionen und 700 Millionen Euro liegen. Das erste Quartal dürfte jedoch mit einem Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert bleiben – bedingt durch negative Währungseffekte.

Angesichts der finanziellen Ergebnisse werden Vorstand und Aufsichtsrat auf der anstehenden Hauptversammlung voraussichtlich vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Stattdessen liegt der Fokus auf der langfristigen Erholung: Geplant sind der Ausbau von Spezialprodukten, die Erschließung des Halbleitersektors und die Entwicklung biotechnologischer Innovationen.

Der Nettoverlust von 805 Millionen Euro spiegelt eine schwierige Phase für Wacker Chemie wider, die stark von Sonderbelastungen und Marktdruck geprägt war. Mit dem nun laufenden PACE-Programm strebt das Unternehmen an, die Kosten zu senken, die Abläufe zu straffen und die Profitabilität wiederherzustellen. Der Erfolg hängt dabei von den Verhandlungen über den Stellenabbau sowie der Fähigkeit ab, das Wachstum in Spezialmärkten zu nutzen.

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