Volkswagen testet lenkradloses Gen.Urban-Konzeptauto in Wolfsburgs Straßenverkehr
Pavel FaustVolkswagen testet lenkradloses Gen.Urban-Konzeptauto in Wolfsburgs Straßenverkehr
Volkswagen treibt trotz Marktchallengen neue Technologien und Kostensenkungsmaßnahmen voran. Das Unternehmen hat in Wolfsburg erste Tests mit seinem lenkradlosen Gen.Urban-Konzeptfahrzeug gestartet und gleichzeitig eine Prämie von 1.250 Euro für Mitarbeiter ausgezahlt. Gleichzeitig hat die softwarebasierte Fahrzeugarchitektur wichtige Prüfungen bestanden – ein entscheidender Schritt für künftige Elektromodelle.
Die neueste Innovation des Konzerns, das Gen.Urban-Konzeptauto, wird nun im realen Stadtverkehr erprobt. Das Fahrzeug kommt ohne Lenkrad aus und setzt auf fortschrittliche Software für Navigation und Sicherheitsfunktionen. Die Tests markieren einen wichtigen Schritt in Richtung autonomer urbaner Mobilität.
Auch die Software-Defined-Vehicle-(SDV)-Plattform von Volkswagen hat umfangreiche Dauerlauftests erfolgreich abgeschlossen. Das System steuert zentrale Funktionen wie Allradantrieb und Traktionskontrolle und reduziert gleichzeitig komplexe Verkabelungen. Es ermöglicht nahtlose Updates per Funk, sodass Fahrzeuge mit minimalem Wartungsaufwand stets auf dem neuesten Stand bleiben. Diese Plattform wird künftige Elektromodelle auf den westlichen Märkten prägen.
Seit 2020 hat Volkswagen seine Softwarekompetenz durch die Abteilung Car.Software deutlich ausgebaut. Anfangsprobleme mit den ID-Elektromodellen wurden behoben, und Partnerschaften – wie das Joint Venture RV Tech mit Rivian – haben die Entwicklung der Zonenarchitektur vorangetrieben. Bis März 2026 hatte das Unternehmen 4 Millionen Elektrofahrzeuge verkauft und hält damit einen Marktanteil von 27 Prozent in Europa sowie einen Platz unter den Top fünf weltweit.
Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Die deutschen Autoexporte nach China sind stark eingebrochen und lagen bei nur noch 13,6 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte des Werts von 2022. Auch der Aktienkurs von Volkswagen gab nach und verlor seit Januar fast 19 Prozent, bevor er am vergangenen Freitag bei 86,04 Euro schloss. Als Reaktion setzt das Unternehmen auf strikte Kostensenkung und eine verstärkte lokale Produktion in Schlüsselmärkten.
Für die Zukunft plant Škoda, das Elektroangebot von Volkswagen mit dem Epiq zu erweitern – einem kompakten elektrischen SUV, das im Herbst 2026 auf den Markt kommen soll.
Volkswagens Fokus auf Software und lokalisierte Produktion soll die rückläufigen Exporte und den Aktienkursverfall ausgleichen. Die SDV-Plattform und die Gen.Urban-Tests zeigen Fortschritte bei autonomer und elektrischer Fahrzeugtechnologie. Mitarbeiterprämien und Kostensenkungen spiegeln die Bemühungen wider, das Unternehmen in einer turbulenten Phase zu stabilisieren.






