Volkswagen plant radikale Kürzungen: 100.000 Jobs und vier Werke in Gefahr
Bianca StiebitzVolkswagen plant radikale Kürzungen: 100.000 Jobs und vier Werke in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen und Werksschließungen in Deutschland vor. Von den Plänen könnten bis zu 100.000 Beschäftigte und vier Produktionsstandorte betroffen sein. Der Aufsichtsrat des Konzerns wird die Maßnahmen am 9. Juli beraten.
Die Unternehmensführung hat signalisiert, dass mehrere Sparten nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Konzernchef Oliver Blume und weitere Führungskräfte haben die Notwendigkeit umfassender Reformen eingeräumt. Zu den geplanten Einschnitten könnte auch die Schließung der Werke in Hannover und Emden gehören, die beide in Niedersachsen liegen.
Arbeitnehmervertreter, darunter Daniela Cavallo, wurden vor der Entscheidung nicht konsultiert. Die einflussreiche links-grüne Fraktion, unterstützt von Gewerkschaften, hat jahrelang hohe Löhne und große Belegschaften geschützt. Allerdings hält das Land Niedersachsen 20,2 Prozent der Volkswagen-Anteile und verfügt damit über eine Sperrminorität bei wichtigen Abstimmungen.
Die Sorgen der Anleger spiegeln sich in der geringen Bewertung der Aktie wider. Volkswagen wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027 gehandelt. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro, während der Aktienkurs bei 72,54 Euro liegt.
Die Aufsichtsratssitzung am 9. Juli wird die Zukunft der Belegschaft und der Geschäftsaktivitäten von Volkswagen prägen. Die mögliche Schließung von Werken und groß angelegte Entlassungen könnten das deutsche Standbein des Konzerns grundlegend verändern. Anleger bleiben angesichts der langfristigen Perspektiven des Unternehmens – insbesondere auf den asiatischen Märkten – zurückhaltend.
