17 March 2026, 02:10

UniCredit attackiert Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – Berlin blockt ab

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit attackiert Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – Berlin blockt ab

UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank – deutsche Märkte in Aufruhr

Die italienische Großbank UniCredit hat ein feindliches Übernahmeangebot für die Commerzbank in Höhe von 35 Milliarden Euro lanciert und damit die deutschen Finanzmärkte erschüttert. Die am Montag bekannt gegebene Offerte trieb den Commerzbank-Aktienkurs um fast 10 Prozent in die Höhe und dominierte den Handelsverlauf. Anleger beobachten nun gespannt, wie sich die politischen und unternehmerischen Reaktionen entwickeln.

UniCredit bietet ein Umtauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie an, was einem Bewertungsniveau von 30,80 Euro je Anteil entspricht. Marktbeobachter werten den Vorstoß als strategischen Schachzug des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die deutsche Bundesregierung lehnte die feindliche Übernahme umgehend ab. Ein Sprecher von Finanzminister Lars Klingbeil erklärte am 16. März 2026, ein solcher Schritt sei "nicht akzeptabel", und bekräftigte die Unterstützung für die Unabhängigkeit der Commerzbank. Da der Bund mit 12 Prozent an der Bank beteiligt ist, könnte er eine Zustimmung blockieren. Zudem könnten die staatlichen Vertreter im Aufsichtsrat eingreifen. Weitere Hürden sind kartellrechtliche Prüfungen durch das Bundeskartellamt sowie eine mögliche Anwendung des Außenwirtschaftsgesetzes zum Schutz kritischer Infrastruktur.

Widerstand kommt auch aus anderen Lagern: Die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank verurteilten das Übernahmeangebot scharf. Währenddessen zeigten sich am Gesamtmarkt gemischte Tendenzen: Bayer legte nach positiven Studiendaten zu, und Siemens Energy verbuchte Kursgewinne. Zyklische Werte sowie Reiseunternehmen wie Lufthansa, TUI und Beiersdorf gaben jedoch nach, belastet durch steigende Ölpreise und gedrückte Stimmung.

Der DAX bleibt unter Druck und notiert 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Händler richten ihren Blick nun auf die Marke von 22.900 Punkten als wichtige Unterstützungszone – die weitere Entwicklung des Index hängt maßgeblich vom Verlauf des Übernahmekampfs ab.

Das Angebot hat eine hochbrisante unternehmerische und politische Konfrontation eingeläutet. Über das Schicksal der Commerzbank könnten nun regulatorische Entscheidungen, staatliche Eingriffe und die Reaktion der Aktionäre entscheiden. Die Märkte bleiben vorerst volatil, während Anleger die möglichen Folgen von UniCredits kühner Offensive abwägen.

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