Streik in Hessen: ver.di ruft Einzelhandel und Logistik zum Arbeitskampf auf
Pavel FaustStreik in Hessen: ver.di ruft Einzelhandel und Logistik zum Arbeitskampf auf
Die Gewerkschaft ver.di hat zu einem Streik in zahlreichen Einzelhandels- und Logistikbetrieben in Hessen aufgerufen. Die Aktion folgt auf gescheiterte Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern, die Tausende Beschäftigte in Unsicherheit zurücklassen. Proteste sind in mehreren Städten geplant, darunter Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt.
Die Gespräche zwischen ver.di und den Arbeitgebern sind in einer Sackgasse gelandet. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, ihre jüngsten Lohnangebote reichten bei Weitem nicht aus, um die steigende Inflation auszugleichen. Trotz weiterer Verhandlungen haben die Arbeitgeber ihre Vorschläge nicht nachgebessert.
Nach dem aktuellen Plan sollen Einzelhandelsmitarbeiter nach sechs Monaten eine Lohnerhöhung von 2 Prozent erhalten. Großhandelsbeschäftigte würden nach einer langen Phase ohne Anpassungen 1,8 Prozent mehr bekommen. ver.di fordert hingegen eine monatliche Lohnerhöhung um 250 Euro, eine jährliche Steigerung von 150 Euro für Auszubildende sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.
Von dem Streikaufruf betroffen sind große Handelsketten wie Rewe, Penny, Kaufland und Hit, aber auch Unternehmen wie Douglas, IKEA, H&M, Zara, Primark, Metro und die Rewe-Logistik. Marcel Schäuble, der verhandlungsführende ver.di-Vertreter für den hessischen Einzelhandel, warf den Arbeitgebern vor, die finanzielle Not der Beschäftigten bewusst zu verlängern.
Da die Arbeitgeber bei ihren Angeboten bleiben, bleiben die Forderungen der Gewerkschaft unerfüllt. Die Beschäftigten in den betroffenen Branchen müssen nun mit Arbeitskampfmaßnahmen rechnen. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Lohnniveaus, die nach Ansicht von ver.di die Lebenshaltungskosten nicht abdecken.
