Steuerzahlerbund prüft 300.000-Euro-Rebranding Hessens – ist das Geld gut investiert?
Edelgard HolzapfelSteuerzahlerbund prüft 300.000-Euro-Rebranding Hessens – ist das Geld gut investiert?
Der Bund der Steuerzahler Hessen prüft derzeit das kürzlich vom Landesregierung umgesetzte Rebranding-Projekt im Wert von 300.000 Euro. Kritische Fragen stellen sich, ob diese Ausgaben in Zeiten finanzieller Belastungen gerechtfertigt sind. Die Überprüfung erfolgt vor dem Hintergrund öffentlicher Kritik an den Kosten und dem Zeitpunkt der Einführung des neuen Corporate Designs.
Laut Staatskanzlei beliefen sich die Ausgaben für die Neugestaltung des visuellen Auftritts des Landes – inklusive eines neuen Logos – auf rund 300.000 Euro. Hinzu könnten weitere Kosten im fünfstelligen Bereich kommen, etwa für eine von Designer Samuel Gärtner entworfene Kleidungskollektion, deren Markteinführung für März 2026 geplant ist. Joachim Papendick, Landesvorsitzender des Steuerzahlerbundes, argumentiert, dass solche Investitionen den Bürgern kaum direkten Nutzen brächten – besonders nicht in einer Krisenzeit.
Die Vereinigung hat nun eine eigene Prüfung des Rebrandings eingeleitet. Dabei soll bewertet werden, ob der Nutzen des Projekts die anfallenden Kosten rechtfertigt. Sollte die Ausgaben als überzogen eingestuft werden, könnte das Vorhaben in den jährlichen Bericht "Die Schwarze Liste: Öffentliche Geldverschwendung" aufgenommen werden, in dem fragwürdige Staatsausgaben dokumentiert werden.
Papendick betonte, dass Steuergelder stattdessen in Bereiche fließen sollten, die einen klaren gesellschaftlichen Mehrwert bieten – etwa Bildung oder Infrastruktur. Zwar erkennt der Verband die Notwendigkeit einer modernen visuellen Identität an, besteht jedoch auf eine verantwortungsvolle Haushaltsführung. Als Beispiele für sinnvollere Verwendungen öffentlicher Mittel nannte er die energieeffiziente Sanierung der Philipps-Universität Marburg für drei Millionen Euro sowie den barrierefreien Umbau einer Bushaltestelle in Spangenberg für eine Million Euro.
Die Prüfung der finanziellen Rechtfertigung des Rebrandings durch den Steuerzahlerbund läuft weiter. Eine abschließende Entscheidung, ob das Projekt in die "Schwarze Liste" aufgenommen wird, steht noch aus. Das Ergebnis könnte künftige Debatten über die Priorisierung öffentlicher Ausgaben in Hessen beeinflussen.






