SPD plant Rentenreform mit Milliardenfonds für Start-ups und Wachstumsfirmen
Bianca StiebitzSPD plant Rentenreform mit Milliardenfonds für Start-ups und Wachstumsfirmen
Drei Abgeordnete der SPD haben einen Plan zur Reform des deutschen Rentensystems vorgelegt, der die Einführung eines kapitalgedeckten Modells vorsieht. Ihr Vorschlag umfasst einen neuen "Bundesrentenfonds", der Milliarden in Start-ups und wachsende Unternehmen lenken könnte. Ziel der Initiative ist es, Investitionen anzukurbeln und gleichzeitig die Alterssicherung langfristig abzusichern.
Der von den Bundestagsabgeordneten Philipp Rottwilm, Parsa Marvi und Daniel Bettermann vorangetriebene Plan sieht einen schrittweisen Übergang zu einem kapitalgestützten Rentensystem innerhalb der bestehenden gesetzlichen Rentenversicherung vor. Kernstück ist die Schaffung eines staatlich unterstützten Rentenfonds, der bis zu fünf Prozent seines Vermögens in Start-ups oder europäische Unternehmen investieren soll, die sich auf einen Börsengang vorbereiten. Der Fonds würde zunächst als freiwilliges Produkt für betriebliche und private Altersvorsorge eingeführt, soll langfristig aber auch die gesetzliche Rente stärken.
Darüber hinaus fordern die Abgeordneten eine Lockerung der Vorschriften, um Versicherungen und Pensionsfonds mehr Spielraum für Investitionen in Start-ups zu geben. Privatpersonen sollen über neue Tranchen in Dachfonds leichter Zugang zu Wachstumsunternehmen erhalten. Zudem wollen die Politiker die WIN-Initiative ausbauen – ursprünglich mit dem Ziel, bis zu 12 Milliarden Euro an privatem und institutionellem Kapital für Start-ups zu mobilisieren – und das Volumen bis 2030 auf 25 Milliarden Euro erhöhen.
Die Reformpläne passen zu den Bestrebungen von SPD-Chef Lars Klingbeil, eine eigenständige Start-up-Strategie voranzutreiben, die auch Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung umfasst. Der Bundestag hat bereits Änderungen bei der privaten Altersvorsorge beschlossen und das Riester-Renten-Modell abgeschafft. Die Umsetzung würde mit bestehenden Fonds wie dem Deutschlandfonds und dem Wachstumsfonds II beginnen, die ab 2026 eine Milliarde Euro in Start-ups investieren wollen.
Sollten die Reformen verabschiedet werden, würden sie die Finanzierung von Start-ups deutlich verbessern und gleichzeitig die Rentenlandschaft in Deutschland neu gestalten. Die erweiterte WIN-Initiative und die neuen Investitionsregeln zielen darauf ab, mehr Kapital in aufstrebende Unternehmen zu lenken. Die SPD wird voraussichtlich in den kommenden Monaten ihr umfassendes Reformpaket finalisieren.






