16 March 2026, 00:33

SPD fordert Abschaffung des Ehegattensplittings – mehr Gerechtigkeit für Familien und Frauen

Ein Blatt mit einer Zeichnung von drei Frauen in Kleidern und einem Kind mit Hut, mit der Aufschrift "The Devonshire, or Most Approved Method of Securing Votes".

Nord-SPD fordert Reform der Ehegattensplitting - SPD fordert Abschaffung des Ehegattensplittings – mehr Gerechtigkeit für Familien und Frauen

Das deutsche Ehegattensplitting steht vor Reformforderungen der SPD. Die Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein argumentiert, dass das seit 1958 geltende Modell nicht mehr zu modernen Familien passt. Ihr Vorschlag zielt darauf ab, stattdessen ein familienbasiertes System einzuführen.

Der SPD-Plan, Familiensplitting genannt, soll die Steuerlast für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen verringern. Im neuen System würden Familien für jedes weitere Kind deutlich weniger Steuern zahlen – das gilt auch für Alleinerziehende. Zudem sollen alle Kinder im Steuersystem gleich behandelt werden, unabhängig davon, ob ihre Eltern verheiratet sind.

Das aktuelle Ehegattensplitting begünstigt Paare, bei denen ein Partner deutlich mehr verdient als der andere. Kritiker bemängeln, dass dies Frauen davon abhält, Vollzeit zu arbeiten, und moderne Familienstrukturen nicht ausreichend unterstützt. Die SPD betont, dass das veraltete Modell falsche Anreize setzt – sowohl für die Gleichberechtigung als auch für die Familienpolitik.

Mit der Reform des Steuersystems will die Partei Hindernisse für die Berufstätigkeit von Frauen abbauen. Der Vorschlag sieht zudem vor, familienbezogene Leistungen besser zu verzahnen und das Steuerrecht an die heutigen Bedürfnisse anzupassen.

Würde die Reform umgesetzt, wäre dies ein grundlegender Wandel in der Besteuerung von Familien in Deutschland. Der Fokus würde sich von der Ehe auf die Kinderzahl verlagern, um die finanzielle Belastung von Eltern zu verringern. Der Vorstoß der SPD spiegelt die breitere Debatte über Gerechtigkeit, Geschlechterrollen und die Kosten der Kindererziehung wider.

AKTUALISIERUNG

SPD setzt Sommer 2026 als Frist für Ehegattensplitting-Reform trotz Koalitionsstreit

Die SPD hat ihren Vorstoß zum Ersatz der Ehegattensplitting durch ein familienbasiertes Steuersystem bis Sommer 2026 formalisiert und damit heftige Koalitionsstreitigkeiten ausgelöst. Wichtige Entwicklungen sind:

  • Die SPD-Vizefraktionschefin Wiebke Esdar hat eine Frist bis Sommer 2026 für die Reform gesetzt und eine 'gerechte und zeitnahe' Umstellung auf die familienbasierte Besteuerung gefordert.
  • Die Unionsparteien (CDU/CSU) und der Deutsche Familienverband wehren sich vehement gegen das Vorhaben und warnen vor Millionen Euro Mehrbelastungen für Haushalte.
  • Die SPD schlägt ein neues Modell vor, bei dem frisch Verheiratete die individuelle Steuererklärung mit übertragbaren Steuerfreibeträgen wählen könnten, während bestehende Ehen davon unberührt blieben, sofern sie keine Änderung wünschen.