Solingens Innenstadt im freien Fall – kann ein Masterplan die Wende bringen?
Pavel FaustSolingens Innenstadt im freien Fall – kann ein Masterplan die Wende bringen?
Solingens Innenstadt kämpft mit tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Leerstehende Läden, ein mangelndes Warenangebot und der Rückgang von Gastronomie und Begegnungsstätten prägen den Niedergang. Dieser Verfall hat sich über viele Jahre schleichend vollzogen.
Die Ursachen liegen nur teilweise in der Hand der Stadt. Wichtige Dienstleistungen sind in größere Ballungsräume abgewandert, während die industrielle Produktion ins Ausland verlagert wurde. Der Aufstieg von Discountketten und der Onlinehandel haben den lokalen Einzelhandel zusätzlich geschwächt.
Die kommunalen Verantwortlichen haben mit Einzelprojekten und Fachkonzepten reagiert. Doch es fehlt an einer gemeinsamen Strategie. Walsken betont, dass ein umfassendes Masterplan-Konzept unerlässlich ist, um einen echten Aufschwung zu erreichen.
Sein Vorschlag umfasst den gesamten Rings um das Stadtzentrum. Er verbindet Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klimaschutz, Verkehr und Gemeinschaftsentwicklung. Konkrete Maßnahmen sind eine stärkere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit Gründerzentren, studentisches Wohnen, dezentrale Gesundheitsversorgung und digitale Beratungsangebote.
Walsken macht deutlich, dass der Erfolg davon abhängt, nicht nur die Innenstadt, sondern das gesamte Stadtgebiet aufzuwerten. Die Ansiedlung einer modernen, mobilen und gut verdienenden Bevölkerung steht dabei im Mittelpunkt. Zudem fordert er mehr finanzielle Spielräume für Solingen, um die zersplitterten Einzelprojekte hinter sich zu lassen.
Dass die Umsetzung eines solchen Plans Jahre dauern wird, gibt Walsken offen zu. Dennoch pocht er darauf, jetzt den Grundstein für eine bessere Zukunft zu legen. Ohne entschlossenes Handeln werden sich die Probleme der Stadt weiter verschärfen.
