Solarförderung 2027: SPD und Grüne attackieren Reiches Reformpläne als Klimabremse
Bianca StiebitzEnergiefachleute von SPD und Grünen kritisieren Reichs Gesetzespläne - Solarförderung 2027: SPD und Grüne attackieren Reiches Reformpläne als Klimabremse
Pläne zur Reform der Solarstrom-Förderung und der Stromnetze haben eine politische Kontroverse ausgelöst. Die von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche vorgeschlagenen Änderungen stoßen auf scharfe Kritik von SPD und Grünen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Kürzungen bei den Einspeisevergütungen für kleine Dach-Solaranlagen ab dem Jahr 2027.
Die Bundesregierung hat auf die wachsende Gegenwehr bisher öffentlich nicht reagiert und den Entwurf vorerst unverändert gelassen.
Die SPD-Energieexpertin Nina Scheer verurteilte die Reformpläne als Rückschritt. Sie argumentierte, dass die Streichung von Subventionen für kleine Solaranlagen einen zentralen Baustein der deutschen Energiewende "abwürgen" werde. Scheer zufolge würden die Pläne die "Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zementieren" statt sie zu verringern.
Zudem wies Scheer die Behauptung zurück, der deutsche Atomausstieg sei ein Fehler gewesen. Stattdessen bestehe sie darauf, dass die Reformen auf einen vollständigen Umstieg auf Erneuerbare abzielen müssten. Den aktuellen Entwurf bezeichnete sie als "völlig in die falsche Richtung gehend". Ihre Partei fordert eine "grundlegende Überarbeitung", um die Klimaziele der Koalition zu erfüllen.
Auch die Grünen unterstützten die Kritik. Der Energiepolitiker Michael Kellner forderte eine "Unabhängigkeitserklärung von fossilem Öl und Gas". Er warnte, dass eine Kürzung der Förderung für Dach-Solaranlagen die Bemühungen um den Ausbau sauberer Energien untergraben werde.
Trotz des Widerstands hat Reiches Ministerium den Entwurf bisher nicht geändert. Der Plan bleibt bestehen, ohne dass es eine offizielle Reaktion auf den wachsenden Druck der Koalitionspartner gibt.
Der Streit offenbart tiefe Gräben in der deutschen Energiestrategie. Ohne Nachbesserungen könnten die Reformen ab 2027 die Anreize für kleine Solarstromprojekte schwächen. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Koalition ihre Politik mit den Klimazielen in Einklang bringen kann.






