19 March 2026, 16:13

Skandal um Kieler Einkaufszentrum: Umweltverstöße und gebrochene Versprechen seit Jahren

Großes grünes Gebäude mit Graffiti an der Seite, Teil des Berlin Wall Projects, umgeben von städtischen Elementen einschließlich Straßenlaternen, Fahrzeugen, Fußgängern und Bäumen unter einem bewölkten Himmel.

Skandal um Kieler Einkaufszentrum: Umweltverstöße und gebrochene Versprechen seit Jahren

Umstrittenes Einkaufszentrum in Kiel: Jahre voller Umweltverstöße und gebrochener Versprechen

Ein umstrittenes Einkaufszentrum in Kiel, errichtet von der Krieger Group, steht seit Jahren wegen Umweltverstößen und nicht eingehaltenen Zusagen in der Kritik. Das Projekt wurde trotz lokalen Widerstands vorangetrieben und ist zudem mit dem Milliardär Kurt Krieger verbunden, der Tausende Euro an eine rechtsextreme Partei in Chemnitz spendete.

Die Ursprünge des Projekts reichen bis ins Jahr 2013 zurück, als Pläne aufkamen, ein Kleingartengelände auf städtischem Grund durch das Zentrum zu ersetzen. Anwohner, die sich gegen den Bau aussprachen, berichteten später von Vandalismus und gezielten Wasserabstellungen. Trotz des Widerstands gab 2016 ein knapper Bürgerentscheid grünes Licht für die Baugenehmigung.

Die Bauarbeiten begannen, doch das fertige Einkaufszentrum wich deutlich von den ursprünglichen Plänen ab. Statt eines regionalen Händlers entstanden ein riesiger Höffner-Möbelmarkt und ein überdimensionierter Fahrradmarkt. Umweltauflagen wie begrünte Fassaden und Pflegemaßnahmen blieben unerfüllt. 2021 reichte die Stadt Kiel Beschwerde gegen die Krieger Bau ein, weil während der Bauphase grüne Strukturen zerstört worden waren.

Seither versucht die Stadt, mit der Krieger Group in Verhandlungen eine Einhaltung der Zusagen zu erreichen. Der Möbelriese Höffner hingegen hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, Umweltschutzmaßnahmen nicht umgesetzt zu haben. Zwar meldete Kiel das Unternehmen im Januar 2021 den Behörden, doch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ohne Konsequenzen ein. Weder Bußgelder noch rechtliche Sanktionen wurden verhängt.

Die Geschichte des Projekts offenbart zudem politische Verstrickungen: Kurt Krieger, der Milliardär hinter der Krieger Group, spendete rund 18.000 Euro an den AfD-Kreisverband Chemnitz. Die Zahlung wirft zusätzliche Fragen über die Unternehmenspraktiken auf.

Das Kiel Einkaufszentrum bleibt ein Zankapfel – mit ungelösten Umweltproblemen und unerfüllten Versprechen. Die Stadt führt zwar weiterhin Gespräche mit der Krieger Group, doch konkrete Durchsetzungsmaßnahmen blieben aus. Unterdessen lenkt die politische Spende des Milliardärs den Blick auf die größere Frage nach Verantwortlichkeit bei der Projektrealisierung.

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