Selbstmord in Lübecker Untersuchungshaft: Warum stirbt es sich so oft hinter Gittern?

Selbstmord in Lübecker Untersuchungshaft: Warum stirbt es sich so oft hinter Gittern?
Noch ein „Einzelfall“
Ein Mann hat sich in Lübeck in Untersuchungshaft das Leben genommen. Es ist nicht der erste solche Fall dort. Suizide kommen in allen Gefängnissen vor.
- November 2025, 08:32 Uhr
In der Justizvollzugsanstalt Lübeck hat sich ein Mann in Untersuchungshaft das Leben genommen – der jüngste in einer Reihe tragischer Vorfälle in der Einrichtung. Seit 2015 haben sich dort elf Inhaftierte das Leben genommen, fünf davon allein in Untersuchungshaft. Während die Behörden den aktuellen Fall untersuchen, wachsen die Bedenken hinsichtlich der psychologischen Betreuung hinter Gittern.
Unterdessen geben Gefangene der Anstalt in einem Podcast namens „Geflüster hinter Gittern“ Einblicke in ihren Alltag und bieten seltene Perspektiven auf das Leben im Gefängnis.
Der Mann saß seit dem 26. August in Isolationshaft, nachdem er des versuchten Mordes verdächtigt worden war. Sein Tod reiht sich in ein besorgniserregendes Muster ein: Suizide in Haft oder Polizeigewahrsam bleiben die häufigste Todesursache hinter Gittern.
Das Problem ist bundesweit alarmierend. Seit dem Jahr 2000 haben sich in deutschen Gefängnissen 1.794 Inhaftierte das Leben genommen – im Schnitt fast 75 pro Jahr, mit steigender Tendenz in den letzten Jahren. Studien zeigen, dass das Suizidrisiko in Haft drei- bis zwölfmal höher ist als außerhalb von Justizvollzugsanstalten. Häufig treffen mehrere Risikofaktoren zusammen: Armut, psychische Erkrankungen und die seelische Belastung durch die Inhaftierung.
Lübeck ist kein Einzelfall. In den sechs Hamburger Gefängnissen nahmen sich zwischen 2013 und 2022 insgesamt 20 Menschen das Leben. Fast zwei Drittel davon – 13 Fälle – ereigneten sich in Untersuchungshaft, wo die Bedingungen die Verwundbarkeit der Inhaftierten noch verstärken können.
Vor diesem Hintergrund nutzen Gefangene in Lübeck den Podcast „Geflüster hinter Gittern“, um über ihre Nöte zu sprechen. Die Sendung gibt ihnen eine Stimme, um über den Haftalltag, psychische Belastungen und den Druck der Inhaftierung zu berichten. Die Initiative entsteht zu einer Zeit, in der die Forderungen nach besseren Unterstützungssystemen in deutschen Gefängnissen lauter werden.
Der aktuelle Todesfall in Lübeck wird noch geprüft, doch die Zahlen zeichnen ein deutliches Bild: Suizide in Untersuchungshaft sind ein anhaltendes und wachsendes Problem. Während Inhaftierte durch „Geflüster hinter Gittern“ ihre Geschichten teilen, gewinnt die Debatte über psychische Gesundheit und Haftbedingungen zunehmend an Dringlichkeit. Die Behörden stehen unter wachsendem Druck, die systemischen Risiken hinter diesen Tragödien endlich anzugehen.

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