Schweinsteigers umstrittene Äußerungen über "afrikanischen Fußball" löst Rassismus-Debatte aus
Pavel FaustSchweinsteigers umstrittene Äußerungen über "afrikanischen Fußball" löst Rassismus-Debatte aus
Die deutsche Mannschaft sicherte sich mit einem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste den Erfolg in ihrem Gruppenspiel. Das Spiel wurde jedoch von umstrittenen Äußerungen Bastian Schweinsteigers über den Spielstil der ivorischen Mannschaft überschattet.
Schweinsteiger bezeichnete den Fußball der Elfenbeinküste als „etwas afrikanischen Fußball, etwas unorthodox, etwas wild, vielleicht auch nicht so stark von Taktik geprägt“ und als unberechenbar. Später präzisierte er, seine Aussagen hätten sich auf Fußballstrategien und nicht auf einzelne Spieler bezogen, und er habe keinesfalls beleidigen wollen.
Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, kritisierte die Bemerkungen scharf als rassistisch. Er äußerte die Hoffnung, es habe sich um eine ungeschickte Formulierung gehandelt und nicht um Schweinsteigers wahre Überzeugung. Einige Kommentatoren, darunter der schwarze Journalist Philipp Awounou, sahen in den Worten ein Aufgreifen veralteter kolonialer Klischees – auch wenn Awounou Schweinsteiger selbst keinen Rassismus unterstellte.
ARD-Intendant Axel Balkausky verteidigte Schweinsteiger und betonte, die Aussagen hätten sich auf taktische Aspekte und nicht auf Personen bezogen. Jürgen Klopp zeigte sich auf Nachfrage überrascht und verzichtete auf eine weitere Stellungnahme.
Trotz der Kontroverse führte Faé die Elfenbeinküste zu einem historischen Moment: Seine Mannschaft besiegte Curaçao mit 2:0 und qualifizierte sich damit erstmals für die K.-o.-Phase einer Weltmeisterschaft.
Die Debatte um Schweinsteigers Worte begleitet weiterhin den Turnierverlauf. Der Einzug der Elfenbeinküste markiert einen bedeutenden Erfolg für das Team. Die Diskussion zeigt, wie sensibel im Fußball mit Sprache und Repräsentation umgegangen werden muss.
